Die Filme 2010

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33 Szenen aus dem Leben

Malgoska Szumowska, Polen 2008
Spielfilm, 96 Min, Farbe, 35mm, OmeU

Julia, eine junge, erfolgreiche Fotografin, ist in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen. Sie lebt glücklich in der Nähe der Eltern – der Vater Filmemacher, die Mutter Schriftstellerin – mit ihrem liebevollem Ehemann, einem Komponisten. Unter den Familienmitgliedern herrscht Zuneigung und gegenseitige Bewunderung. Das Familienglück wird jäh gestört, als bei ihrer Mutter eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird. Der drohende Verlust der Mutter zeigt bei allen Wirkung: Julia flüchtet sich in ihre Arbeit, mit ihrer Schwester gibt es Reibereien, bei denen alte Familienkonflikte wieder aufbrechen und beim Vater wendet sich der Kummer gegen ihn selbst. Julias Leben gerät aus dem Gleichgewicht und belastet sowohl ihre Partnerschaft als auch ihre Freundschaften. Für Julia beginnt die Zeit des Erwachsenwerdens. Filmfest Locarno 2008: Spezialpreis der Jury.

 

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9/11, Marschall Tito, meine Mutter, und wie sie auf einmal jüdisch war

Ivan Siljic, Österreich/ Kroatien 2010
Dokumentarfilm, 85 Min, Farbe, DVD, DF

Eine starke Frau steht im Mittelpunkt: Die Mutter des Filmemachers Ivan Siljic. Das Leben der gebürtigen Kroatin war immer schon stark von großen politischen Geschehnissen geprägt. Siljic zeigt eindrucksvoll mit Originalbildern und Erzählungen seiner Mutter: Kindheit und Jugend in Zagreb, 68er-Bewegung, anschließend Flucht nach Wien. Als die „Tito-Blase platzt” und der Krieg in Jugoslawien ausbricht, reist sie nach Kroatien und bringt den Menschen das Nötigste, nimmt die Kamera selbst in die Hand und filmt das zerstörte Land. Sie nahm auch Flüchtlinge in ihrer Wiener Wohnung auf, nicht immer zur Freude aller Familienmitglieder. Ein sehr persönlicher Film, der auf der Reise in die Vergangenheit auch so manches Familiengeheimnis auflöst.

 

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Abortion Democracy

Sarah Diehl, 2008, Deutschland 2008
Dokumentarfilm, 50 Min, Farbe, DVD, OmeU

Die Dokumentation stellt die Rahmenbedingungen für Abtreibung in Südafrika jenen in Polen gegenüber. In den 90er-Jahren wurde, unter dem Einfluss der katholischen Kirche, die Abtreibung in Polen verboten, gleichzeitig wurde die Abtreibung in Südafrika nach dem Ende der Apartheit legalisiert. Der Film zeigt, welchen Einfluss die Gesetzeslage auf den Zugang zu Abtreibungseinrichtungen hat, und wie dies das Leben der Frauen beeinflusst.

 

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Awaiting for men (En attendant les hommes)

Katy Lena Ndiaye, Mauretanien 2008
Dokumentarfilm, 56 Min, Farbe, BetaSP, OmeU

Khady, Massouda und Tycha sind drei Frauen aus Oualata, einem Ort am Rande der mauretanischen Wüste. Die roten Wände der Lehmhäuser, reich mit Ornamenten verziert, bilden die Kulisse zu Katy Lena Ndiayes Filmporträt. In einer Gesellschaft, die von Tradition, Religion und Männern geprägt ist, sprechen die drei Frauen überraschend freizügig über ihre Beziehungen zu Männern und ihre Erfahrungen als Bräute, Ehefrauen und Geschiedene. „Wenn sie aufhören, mich zu lieben, ist es Zeit, zu gehen”, versichert eine von ihnen.

 

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Birth of a Surgeon

Karin C. Falck, Mosambik 2008
Dokumentarfilm, 45 Min, Farbe, DVD, OmeU

Die Müttersterblichkeit in Mosambik ist hoch, daher greift die Regierung zu ungewöhnlichen Mitteln. Hebammen sollen ausgebildet werden, um in Notfällen auch Operationen durchzuführen. Eine dieser mutigen Hebammen ist Emilia Cumbane, eine der ersten sich in dieser Ausbildung befindenden Hebammen in Mosambik. Der Film begleitet Emilia während ihrer intensiven medizinischen Ausbildung, ihren Nachtschichten auf den Geburtsstationen und vermittelt ihren Kampf um die Anerkennung ihrer chirurgischen Fähigkeiten. Nominiert für den Emmy 2009.

 

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Carmen meets Borat

Mercedes Stalenhoef, Rumänien/ Niederlande 2008
Dokumentarfilm, 84 Min, Farbe, DVD, OmeU

Carmen heißt eigentlich Ionela, doch Ionela ist ihr zu langweilig, wie das Leben in ihrer Heimatstadt Glod, Rumänien. Ohnehin träumt sie davon eines Tages nach Spanien auszuwandern, wo die Männer anständig und romantisch sind, nicht wie in Glod. Dort trinken sie viel, fluchen und bezeichnen Carmen bereits als „alte Jungfer”, da sie 17 ist und noch immer nicht verheiratet. Carmens Leben und die Geschichte ändern sich, als in einer Drehpause ein amerikanisches Filmteam in Glod auftaucht. Für wenig Geld werden Aufnahmen vom Dorf und dessen Bewohnern gemacht, die inzwischen einem Millionenpublikum als Heimatgemeinde von Borat alias Sasha Baron Cohen bekannt sind. Erst als sich die Aufmerksamkeit der Weltpresse auf das rumänische Dorf richtet, erfahren die Bewohner vom Betrug. Als dann plötzlich ein Star-Anwalt auftaucht und den Glodern Millionen Dollar verspricht, wenn diese Sasha Baron Cohen verklagen, sehen diese darin eine Chance, ihrer Armut zu entfliehen. Auch Carmen sieht nun für sich eine Zukunft und die Chance auf ein besseres Leben.

 

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Ceija Stojka

Karin Berger, 1999, Österreich 1999
Dokumentarfilm, 80 Min, Farbe, 35mm, DF

CEIJA STOJKA ist das einfühlsame Portrait der während der Dreharbeiten 66jährigen österreichischen Romní Ceija Stojka. Er ist ein Film über das Vergangene in der Gegenwart, über ein Leben mit traumatisierenden Erfahrungen, über das Glück zu leben. Der Film rekonstruiert ihre Lebensgeschichte und damit auch ein Stück Geschichte der Roma und Sinti in Österreic.

 

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Frozen River

Courtney Hunt, USA 2008
Spielfilm, 97 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Ray lebt mit ihren zwei Kindern in einem kleinen und schlecht isolierten Fertighaus in einem Ort an der Grenze des Staates New York zu Kanada. Ihr Mann ist spielsüchtig und hat sich mit dem Geld, das für den Kauf eines neuen Hauses bestimmt war, davongemacht. Auf der Suche nach ihrem Mann lernt sie die Mohawk-Indianerin Lila kennen, die ebenfalls in einer verzweifelten Lage ist. Seit dem Tod ihres Mannes ist sie aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Lila zwingt Ray mit ihr gemeinsam Immigranten illegal über den gefrorenen Saint Lawrence Fluss zu schmuggeln. Nachdem der Transport gelingt, beginnt auch Ray über die neue Einkommensquelle und über das schnelle Geld nachzudenken. Zwei Oscar-Nominierungen 2009 für Melissa Leo als Ray (Beste Hauptdarstellerinnen) und für Courtney Hunt (Bestes Drehbuch) und viele weitere Auszeichnungen.

 

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Im Bazar der Geschlechter

Sudabeh Mortezai, Iran 2009
Dokumentarfilm, 90 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Im Bazar der Geschlechter gibt einen intimen Einblick in ein die iranischen Phänomen, die Ehe auf Zeit. In einem Land, in dem vorehelicher Geschlechtsverkehr nicht praktiziert werden darf, ist die Ehe auf Zeit eine Möglichkeit, Partnerschaft zu leben. Oft ist die Zeitehe aber auch die einzige Möglichkeit der finanziellen Absicherung. Ein Film über Männer, Mullahs und Frauen, eine schonungs¬lose, überraschende und bisweilen komische Bestandsaufnahme der islamischen Sexual- und Geschlechterpolitik. (Viennale 2009)

 

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Je te mangerais (Emma und Marie)

Sophie Laloy, Frankreich 2009
Spielfilm, 96 Min, Farbe, 35mm, OmeU

Marie verlässt ihr Zuhause, um in Lyon zu leben und dort am Konservatorium zu studieren. Aus Kostengründen teilt sie sich die Wohnung mit Emma, einer Freundin aus der Kindheit, die nach dem Tod des Vaters - und von der Mutter im Stich gelassen - bisher allein gelebt hat. Marie fügt sich den Regeln, die Emma für die Wohngemeinschaft aufstellt, auch wenn sie nicht mit allem einverstanden ist. Marie ist fasziniert von Emma und ihrer weltgewandten Art. Emma wiederum versucht, Marie zu dominieren und sie ganz für sich zu gewinnen. Die Beziehung der beiden wird erschüttert, als Emma sich in Marie verliebt. Marie schwankt zwischen einer Beziehung zu Emma und dem Wunsch, sich ihr zu entziehen. Je te mangerais ist der erste Spielfilm von Sophie Laloy, der sich zwischen Thriller, Drama und Amour fou bewegt.

 

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Kein Ort für Slowenen

Karin Berger, Lotte Podgornik, Österreich 1990
Dokumentarfilm, 27 Min, s/w, DVD, DF

„Kein Ort für Slowenen” lautet der Titel des Portraits über Marija Olip aus Zell Pfarre/Sele Fara in Südkärnten, deren Lebenszusammenhang im slowenischen Familien-, Dorf- und Kulturverband durch die zunehmend brutale Germanisierungspolitik der NS-Okkupanten innerhalb weniger Jahre total zerstört wird. Dem Verrat der illegalen Hilfsaktion für die untergetauchten Brüder folgt die Verhaftung der Eltern und Schwestern, Marija wird zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach ihrer Rückkehr findet sie den Hof völlig ausgeplündert vor, das bedeutet einen mühsamen Neubeginn.

 

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Küchengespräche mit Rebellinnen

Karin Berger, Österreich 1984
Dokumentarfilm, 80 Min, Farbe, 16mm, DF

Vier Frauen erzählen. Ihre Geschichten fügen sich ineinander. Agnes Primocic aus Hallein unterstützt die Flucht von Häftlingen aus dem KZ. Johanna Sadolschek-Zala, Slowenin aus Südkärnten, kann durch ihre List und Ortskenntnis einem Großaufgebot der Gendarmerie und Gestapo entfliehen. Sie flüchtet in den Wald und schließt sich den Partisanen an. Rosl Grossmann-Breuer aus Wien sabotiert in einem Kriegsbetrieb und ist nach ihrer Verhaftung den quälenden Verhören der Gestapo im Hotel Metropol ausgesetzt. Anni Haider erinnert sich an ihre Zeit als Gefangene in Wien und Aichach. Sie alle erzählen unprätentiös und selbstverständlich. Gemeinsam sind ihnen die Poesie ihrer Schilderungen und eine Ausstrahlung des Ruhens in der eigenen Geschichte.

 

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La Reine des pommes

Valerie Donzelli, Frankreich 2009
Spielfilm, 84 Min, Farbe, DVD, OmeU

Eine Welt bricht für Adèle zusammen, als ihr Freund Mathieu mit ihr Schluss macht. Um über ihn hinwegzukommen, zieht sie zu ihrer Cousine Rachel. Widerwillig nimmt diese Adèle bei sich auf, doch als sie merkt, wie schlecht es um ihre Verwandte steht, besorgt sie ihr einen Job und rät ihr zu Rendezvous mit anderen Männern – was Adèle auch prompt befolgt. Valérie Donzelli, die die Figur der Adèle selbst spielt, zeichnet auf humorvolle Art und Weise das Bild einer verlassenen Frau, die mit der Zurückweisung nur schwer zurecht kommt und erst durch die Eskalation wieder ins Leben – und zu sich selbst – zurückfindet.

 

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My neighbor my killer

Anne Aghion, Frankreich/ Ruanda 2008
Dokumentarfilm, 80 Min, Farbe, DVD, OmeU

1994 wurden hunderttausende von Hutus aufgehetzt, die Minderheit der Tutsi im eigenen Land auszulöschen. Fünf Jahre später startete Ruandas Regierung den Versuch einer Aussöhnung zwischen den verfeindeten Volksgruppen, indem die Regierung ein alternatives Konfliktlösungsmodell, die modernen „Gacacas“ installierte. Die Regisseurin, Anne Aghion verfolgte über rund 10 Jahre die Auseinandersetzungen am Beispiel eines kleinen Dorfes. Täter und Opfer treffen sich auf dem Dorfplatz, um vor dem „Gacaca“-Gericht zu verhandeln. Anne Aghion fängt in ihrem Film Ärger und Emotionen ein und geht der Frage nach: Kann man Menschen, die Familie und Freunde brutal getötet haben, jemals vergeben?

 

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Rinkel Film & TV Johnny Savage

Nothing Personal

Urszula Antoniak, Niederlande/ Irland 2009
Spielfilm, 85 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Anne verschenkt ihr gesamtes Hab und Gut und fährt als Tramperin nach Irland. Sie will alleine sein und weit weg von ihrem alten Leben. Auf ihrer Reise macht sie Halt auf einer kleinen Insel mit einem beschaulichen kleinen Haus. Der Besitzer, ein Witwer, gewährt ihr Essen gegen Arbeit. Anne willigt ein unter der Bedingung, dass es keine persönlichen Gespräche gibt. Sie will keine Nähe. Zu Beginn halten beide die Vereinbarung ein, doch im Laufe der gemeinsam verbrachten Zeit steigen auf beiden Seiten die Lust und der Wunsch, mehr über den Anderen zu erfahren. Urszula Antoniak ist ein bewundernswertes Spielfilmdebüt gelungen. Mit viel Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung erzählt sie die Geschichte von Trennung, Kennen lernen, Annäherung und Verlust. Filmfest Locarno 2009:
  Preis für die Beste Darstellerin, Lotte Verbeek,
  Preis der Filmkritik FIPRESCI und
  Youth Jury Award.

 

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O! Fortuna!

Karin Berger, Work in progress, Österreich 1991/ 1995/ 2003
Dokumentarfilm, 5 Min, Farbe, DVD, DF

Drei filmische Miniaturen, die von den Schwierigkeiten des Alltags mit Kind erzählen.

 

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Pink Taxi

Uli Gaulke, Russland/ Deutschland 2009
Dokumentarfilm, 83 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Moskau – eine der schnellsten, teuersten, gefährlichsten und zugleich faszinierendsten Städte der Welt. Es ist ein Moloch von Erfolgreichen, Megareichen, Verbrechern, Enthusiasten, Goldgräbern, Armen. Die Moskauer lieben die Schnelligkeit, als ob sie fortwährend vor etwas fliehen, was ihnen im Nacken sitzt. Sie suchen aber auch nach Geborgenheit, Wärme und Zuneigung im Strudel der Dahintreibenden. Und genau auf dieses Gefühl gründet sich das Geschäftsmodell von Olga Fomina. Sie führt das erste Taxiunternehmen Moskaus, das ausschließlich Frauen chauffiert und von Frauen betrieben wird. Der Dokumentarfilm zeigt Frauen, die einen großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel miterlebt haben, und gibt einen direkten Einblick in das vielseitige Leben der Moskauerinnen.

 

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Pewee Flomoku

Pray the devil back to hell

Abigail E. Disney, Gini Reticker, Liberia 2008
Dokumentarfilm, 72 Min, Farbe, DVD, OmeU

„We want peace, no more war!” So lautet die Forderung der Frauenbewegung „Mass Action Campaign for Peace”. Unabhängig von ihrer Religion schlossen sich unzählige Frauen in Liberia zusammen, um ein Ziel zu verfolgen: den lang andauernden liberianischen Bürgerkrieg zwischen Regierung und Rebellen zu beenden. „Pray the devil back to hell” zeigt eindrucksvoll, welche Kraft im gewaltfreien Aktivismus liegt. Dieser beeindruckende Dokumentarfilm wurde mit Preisen überhäuft, darunter: 2008 Tribeca Film Festival: Best Documentary Feature
2008 Heartland Film Festival: Best Documentary Feature
2009 Tri Continental Film Festival: Jury Award und Best Film Award
2009 Cinema for Peace Gala: The Cinema for Peace Award for Justice
2009 The Women´s Film Festival: Best of Fest

 

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Torpedo

Helene Hegemann, Deutschland 2008
Spielfilm, 45 Min, Farbe, DVD, DF

Mia ist fünfzehn und durch den Tod der Mutter traumatisiert. Sie zieht zu ihrer Tante Cleo nach Berlin und wird somit in deren Leben und die alternative Kulturszene Berlins katapultiert. Statt eines geregelten Familienverhältnisses findet sie dort eine skurrile Erwachsenenwelt, die viel schräger ist, als es Mia für möglich gehalten hätte. Das Erstlingswerk des erst 16-jährigen Regietalents Helene Hegemann wurde 2009 mit dem Max-Ophüls-Preis für mittellange Filme ausgezeichnet.

 

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Tränen statt Gewehre

Karin Berger, Österreich 1983
Dokumentarfilm, 30 Min, Farbe, DVD, DF

Anni Haider erzählt von “ihrem” Kampf um Wien, spannend und packend: „Im Goethehof hat es dann geheißen: Ein jeder hat seine Waffen! Jetzt haben sie das Bad aufgehaut, die Mauer vom Bad, eine bestimmte Stelle. Da waren drinnen vier Revolver und zehn Gewehre! Und 170 Mann sind dagestanden zum Kampf bereit. Kannst du dir das vorstellen! Das war so deprimierend, dort bin ich so fertig gewesen. Jetzt hab ich gesagt, na das war alles umsonst! Die haben alle nicht kämpfen können. Es hat nicht Stadlau kämpfen können, es hat nicht Kagran kämpfen können. Weil wenn das gemeinsam losgegangen wär, Ottakring und mit allem, das wäre ja etwas Anderes gewesen.” (Anni Haider)

 

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UmdeinLeben

Gesine Danckwart, Deutschland 2009
Spielfilm, 87 Min, Farbe, 35mm, DF

Gesine Danckwart, deren Theatertexte und Projekte weltweit gespielt werden, zeigt in ihrem Spielfilmdebüt sechs Protagonistinnen über dreißig - von der Politikerin bis zum Barmädchen - im alltäglichen Wahnsinn des einfachen Überlebens. Diese Frauen sind stark und alleine, selbstständig und eigenwillig; agieren in Innen- und Außenräumen ... rastlos, suchend, stets an der Kippe. Ein ungewöhnlicher Film, der mit seiner unkonventionellen bis avantgardistischen Machart fasziniert. Abseits des klassischen Erzählkinos gewährt er tragikomische Einblicke in aktuelle Befindlichkeiten; in das Theater des Lebens – der ständigen Wiederholung von Drama und Komödie. Was kann man tun? - Reden, kämpfen, warten, lieben – UmdeinLeben! (mit Caroline Peters und Maren Kroymann)

 

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Jenny Gand

Wilde Minze

Jenny Gand, Lisa Rettl, Österreich 2009
Dokumentarfilm, 85 Min, Farbe, digiBeta, DF

In Graz werden am 23. Dezember 1944 nach einem Urteil des Volksgerichtshofs acht Todesurteile vollstreckt. Darunter die Villacher Kommunistin und Widerstandskämpferin Maria Peskoller. Ihre Tochter, die damals knapp 16-jährige Helga, überlebt. Dazwischen liegen Gestapohaft von Mutter und Tochter und schließlich: der letzte Abschied. Lebenslang. Für immer eingebrannt in Kopf und Herz. In ruhigen Einstellungen begibt sich der Film, in dessen Mittelpunkt Helga Emperger steht, 65 Jahre danach auf eine Zeit- und Erinnerungsreise. Eine Reise, die den schwierigen Umgang mit traumatischen Erfahrungen thematisiert, aber auch eine Reise, auf der uns die heute 80-Jährige immer wieder durch ihre Leichtigkeit, ihre Lebensenergie und ihren Humor überrascht. (www.wildeminze.at)

 

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Zanzibar Soccer Queens

Florence Ayisi, Sansibar 2007
Dokumentarfilm, 87 Min, Farbe, DVD, OmeU

Sie sind Hausfrauen oder Berufstätige, Schülerinnen oder Studentinnen und sind leidenschaftliche Fußballspielerinnen des Women Fighters Football Club Zanzibar/Tanzania. Mit ihrer Leidenschaft für Fußball überwindet sie Grenzen und ihre Rollenzuteilung in der traditionellen muslimischen Gemeinschaft. Der Film gibt einen intimen und einzigartigen Einblick in das Leben und die Erfahrungen dieser Frauen und Mädchen.

 

 

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