Die Filme 2012

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adopted

Gudrun F. Widlok, Rouven Rech, Ghana/ Deutschland 2010
Dokumentarfilm, 89 Min, Farbe, DVD, OmdU

Eine dokumentarische Utopie eines ungewöhnlichen kulturellen Austauschs. Afrikanische Großfamilien adoptieren europäische Erwachsene, die von ihren Familien entfremdet sind. Die Großfamilien in Ghana warten bereits mit Spannung auf die bevorstehende Zusammenführung mit ihren neuen Familienmitgliedern.

Der Film folgt drei EuropäerInnen, die durch die Organisation ADOPTED nach Ghana vermittelt wurden, erzählt von ihren Erwartungen, dem Prozess der Annäherung und von (un)vermeidbaren Missverständnissen.

 

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Amador

Fernando León de Aranoa, Spanien 2010
Spielfilm, 112 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Yolanda, die illegal in Spanien lebt, bekommt eine Pflegestelle bei einem alten Mann: Amador. Mit dem Einkommen möchte sie den neuen Kühlschrank bezahlen, der für das Blumengeschäft ihres Partners notwendig ist. Doch der alte Mann stirbt viel zu früh und alleingelassen mit dem Toten entwickelt Yolanda einen skurrilen Plan, um doch noch zu ihrem Geld zu kommen.

 

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Blue Moon

Andrea Maria Dusl, Österreich 2002
Spielfilm, 90 Min, Farbe, 35mm, DF

Es ist die Liebe, die Johnny Pichler (Josef Hader) vom sicheren Westen tief in den Osten Europas treibt. Johnny, der stoische Geldbote, sucht Shirley, eine mysteriöse Blonde, die ihr Glück in Hotelzimmern verloren hat. Dabei findet er nur ihre Zwillingsschwester Jana, die Taxifahrerin, die von ihrer Vergangenheit im ukrainischen Lviv gefangen gehalten wird, und Ignaz (Detlev Buck), einen gestrandeten Ostdeutschen, der durch den Postkommunismus stolpert. Das Filmdebüt von Andrea Maria Dusl ist ein modernes Märchen über die Liebe zwischen Ost und West; ein Roadmovie in jene Länder, die jahrzehntelang vom Eisernen Vorhang verborgen waren.

 

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Drei Frauen für Toni

Johanna Bentz, Deutschland 2010
Dokumentarfilm, 60 Min, Farbe, DVD, DF

Strategien, den richtigen Partner oder die richtige Partnerin für’s Leben zu finden, gibt es in unserer Singlegesellschaft, wo doch die meisten auf der Suche sind, viele. Damit sie mit der Beziehungssuche endlich erfolgreich sind, machen Petra, Birgit und Brigitte eine Single-Pilgerfahrt zum Heiligen Antonius nach Padua, dem Schutzpatron der Suchenden. „Das ist nicht wirklich in, es halten einen viele für verrückt“, meint Petra, die keine für eine Nacht ist, sich aber in Vorbereitung auf „den Richtigen“ sexy SpitzenBHs näht. Der Legende nach soll der Segen des Heiligen Antonius innerhalb eines Jahres wirken. So leicht macht er es den Hoffenden aber nicht und ein Fazit dieses Filmes ist: „Man muss auch richtig beten!“

 

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Gangster Girls

Tina Leisch, Österreich 2008
Dokumentarfilm, 79 Min, Farbe, 35mm, DF

Sie pendeln zwischen Heroinkick und Überfall mit Spielzeugpistolen, zwischen Kaufrausch und heulendem Elend. Sie lernen Englisch und Gefängnisjargon. Sie warten auf herein geschmuggeltes Ersatzglück und den nächsten Ausgang.

Im einzigen österreichischen Frauengefängnis Schwarzau teilen Drogenkurierinnen, Räuberinnen und Betrügerinnen Zellen und Liebessehnsucht, Wuzzeltabak und Duschgel. Sie träumen von ihren fernenKindern oder von einem der jugendlichen Häftlinge aus der Justizanstalt für männliche Jugendliche Gerasdorf, die einmal in der Woche zu einem koedukativen Theaterworkshop ins Frauengefängnis gebracht werden.

 

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Hüllen

Maria Müller, Schweiz 2010
Dokumentarfilm, 73 Min, Farbe, DVD, OmdU

Emel Zeynelabidin legt nach über 30 Jahren das Kopftuch ab undtrennt sich von ihrem Mann, mit dem sie sechs Kinder hat, um eigeneWege zu gehen. Sie steht im Mittelpunkt dieses faszinierenden Porträtsdreier Generationen Frauen einer Familie in Deutschland.

„Hüllen“ zeigt, wie die Familie mit diesen Veränderungen umgehtund wie sich Emel selbst mit den neuen, ungewohnten Erfahrungenzurechtfindet. Der Film zeichnet sich dadurch aus die Menschen in denMittelpunkt zu stellen: Da gibt es einen sanften, harmoniebedürftigen,strenggläubigen Ehemann, eine schicksalsergebene Mutter mit „wilder“Vergangenheit, einen verehrten, bisweilen rücksichtslosen Vater, einenpragmatischen Teufelsaustreiber oder eine irritierte, verständnisvolleTochter.

 

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Ich heiße Ki (Ki)

Leszek Dawid, Polen 2011
Spielfilm, 90 Min, Farbe, 35mm, OmeU

Die junge Kinga, genannt „Ki“ verdient sich ihr Geld als Aktmodel,damit sie sich und ihren Sohn „Pio“ durchbringen kann. Der Vater desKleinen kann nichts zum gemeinsamen Haushalt beisteuern und fühltsich als Vater überfordert. Als die Situation eskaliert, sucht sich Ki eineneue Bleibe bei einer Freundin in deren Wohngemeinschaft. Innerhalbkurzer Zeit dominiert Ki mit ihren Wünschen und Bedürfnissen dieWohngemeinschaft. Auf ihrer Suche nach Geld, Unterstützung undpersönlicher Freiheit fordert sie viel, zu viel in den Augen ihrer MitbewohnerInnen.

„Ich heiße Ki“ erhielt auf dem Filmfest Cottbus den Kritikerpreis derFIPRESCI-Jury und Roma Gasiorowska erhielt für ihre Rolle als Ki denPreis der besten Darstellerin.

 

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Just do it

Emily James, Großbritannien 2011
Dokumentarfilm, 90 Min, Farbe, DVD, EF

„Just Do It“ ist ein mitreißender Dokumentarfilm über die Arbeit vonUmweltaktivistInnen. Über den Lauf eines Jahres hat die RegisseurinEmily James verschiedene AktivistInnen durch sämtliche Höhen undTiefen begleitet. So erfährt man, wie ein Kraftwerk am bestenbesetzt wird, welche Rechte verhafteten Protestierenden zustehen unddass partizipatorische Entscheidungsfindungen ihre Tücken haben.

„Just Do It“ ist ein Film, der Mut und Hoffnung macht, indem er zeigt,dass es Menschen gibt, die sich über die Zukunft dieses Planetennicht nur Gedanken machen, sondern auch in Aktion treten um für ihreeigenen Visionen einzustehen.

 

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Liebesgrüße aus den Kolonien

Nathalie Borgers, Belgien/ Frankreich 2011
Dokumentarfilm, 74 Min, Farbe, BetaSP, OmdU

Die Tochter eines belgischen Kolonialbeamten und einer ruandischenFrau, Susanne wurde 1926 geboren. Im Alter von 4 Jahren wurde sievon ihrem Vater von Afrika nach Europa gebracht, damit sie eine guteBildung erhält. Sie ist, so sahen es die Leute in der Kolonialzeit, „eineMulattin, die vor dem Negerschicksal gerettet wurde.“

Auf einem Familienfoto entdeckt die Regisseurin ihre farbige Tante,von der bisher sie nichts wusste. Der Film bricht das Schweigen überSusannes Geburt und Existenz in der Familie und begibt sich dabei tiefin die Geschichte des Kolonialismus im Kongo und in Ruanda.

Nathalie Borgers, bekannt durch ihre Filme „Kronenzeitung: Tagfür Tag ein Boulevardstück“ und „Frauenkarawane“ präsentiert imRahmen der FrauenFilmTage 2012 ihren neuen Film als Österreichpremiere!

 

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Lourdes

Jessica Hausner, Österreich/ Deutschland/ Frankreich 2009
Spielfilm, 96 Min, Farbe, 35mm, DF

Den Wallfahrtsort Lourdes stellte Jessica Hausner in den Mittelpunktihres Filmes, als Ort, der Wunder verspricht und Menschen durchWasser und Segnung heilen soll. Auch die Protagonistin Christine, diean Multipler Sklerose leidet, fährt nach Lourdes, weniger, weil sie aufHeilung hofft, sie reist einfach gern. Neugierig aber distanziert verfolgtsie die Rituale der vielen Gläubigen. Schlussendlich wirkt das Wundervon Lourdes gerade bei ihr. Geheilt?

Der Film wurde vielfach international ausgezeichnet, u.a. bei den Filmfestspielenin Venedig 2009 mit dem renommierten FIPRESCI-Preis,mit dem Wiener Filmpreis 2009, Hauptdarstellerin Sylvie Testud alsbeste Darstellerin mit dem Europäischen Filmpreis 2010.

 

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Postadresse: 2640 Schlöglmühl

Egon Humer (aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums), Österreich 1990
Dokumentarfilm, 82 Min, Farbe, 16mm, DF

Das Portrait eines kleinen Dorfes, in dem es seit 1982 keine Arbeitmehr gibt, seit die Papierfabrik geschlossen wurde. Der Ort verwandeltesich in eine Geisterstadt mit 247 EinwohnerInnen, in dem schonlange niemand mehr Geld für die notwendigen Investitionen an Hausund Wohnung hat. Der Film verfolgt in Erzählungen den Zusammenbruchder Fabrik und damit auch der Wünsche und Hoffnungen derBewohnerInnen. Die allein gelassenen Menschen sprechen in diesemFilm über ihre Erfahrungen voller Resignation und unartikuliertem Hassgegenüber den Mächtigen, die sie verraten und ihr Leben zerstörthaben. Basis für diesen Film war die bekannte Sozialstudie „Die Arbeitslosenvon Marienthal“.

 

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Revanche

Götz Spielmann, Österreich 2008
Spielfilm, 121 Min, Farbe, 35mm, DF

Alex arbeitet in Wien für den Bordellbesitzer Konecny. In dessen BordellCinderella arbeitet auch Tamara, eine ukrainische Prostituierte, diemit Alex ein geheimes Verhältnis hat. Beide wollen so bald wie möglichaus Wien weggehen und gemeinsam ein neues Leben anfangen unddafür benötigen sie Geld. Alex überredet Tamara zu einem Banküberfall.Als dieser scheitert und Tamara bei der Flucht erschossen wird,verkriecht sich Alex auf dem kleinen Bauernhof seines Großvaters.Dort begegnet ihm Susanne, die in ihrer Beziehung unglücklich ist, dasie kein Kind bekommen kann.

Götz Spielmanns Film über Schuld und Rache erhielt 14 Preise auf 36Festivals und wurde 2009 für den Oscar für den besten ausländischenFilm nominiert.

 

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Sarabah

Maria Luisa Gambale, Gloria Bremer, Steven Lawrence, USA/ Deutschland/ Senegal 2011
Dokumentarfilm, 60 Min, Farbe, DVD, OmeU

Die Rapperin und Aktivistin, Sister Fa ist für junge Frauen im Senegaleine Heldin und eine unerschrockene Kämpferin für soziale Veränderungen.Als Kind selbst Opfer von Genitalverstümmelung entschlosssie sich ihre Musik und Kraft zu nutzen, dass diese Verstümmelungnicht mehr durchgeführt wird. Der Film begleitet die leidenschaftlicheund kreative Künstlerin in ihrem Heimatland.

 

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Seed Warriors

Mirjam von Arx, Katharina von Flotow, Schweiz 2010
Dokumentarfilm, 89 Min, Farbe, DVD, OmdU

„Seed Warriors“ greift die Frage auf, welche Aussichten wir angesichtsder sich bereits in Gang befindlichen Klimaerwärmung haben. ZweiAnsätze, die sich mit der bedrohten Artenvielfalt und der Ernährungssicherheitauseinandersetzen, präsentiert der Film.

Da gibt es einerseits die Saatgutbank im norwegischen Svalbard, woSamenproben aus der ganzen Welt gelagert werden, um im Fall vonKatastrophen eine Rücklage zu haben. Gleichzeitig experimentiert dieMais-Expertin Marianne Bänziger in Nairobi mit Maissorten, die auchbei ungünstigen Bedingungen noch hohe Erträge liefern.

Der Film besticht durch seine pragmatischen ProtagonistInnen, die mitRuhe an Lösungen arbeiten, ohne die Dramatik der Lage zu verharmlosen.

 

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Sharayet – eine Liebe in Teheran

Maryam Keshavarz, Iran/ USA/ Frankreich 2011
Spielfilm, 107 Min, Farbe, digital, OmdU

In der Öffentlichkeit passen sich die beiden Jugendlichen Atafeh undShirin den strengen Regeln des öffentlichen Lebens in Teheran an,doch im Untergrund treffen sie sich mit anderen Jugendlichen aufgeheimen Partys. Bisher bildete auch Atafehs liberale Familie einenSchutz gegen die Moralpolizei und ihre rigiden Vorschriften. Doch alsihr Bruder Mehran nach einem Drogenentzug zurückkehrt und seinenHalt mehr und mehr im religiösen Fundamentalismus findet, wächstder Druck auf die gesamte Familie. Atafehs Lebensstil wird von Mehranstark kritisiert und bald merkt er, dass sie und Shirin mehr als nur guteFreundinnen sind ...

“Sharayet” gewann 2011 den Audience Award am Sundance FilmFestival.

 

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Silent Snow

Jan van den Berg, Pipaluk Knudsen-Ostermann, Niederlande 2011
Dokumentarfilm, 71 Min, Farbe, DVD, OmdU

Die Grönländerin Pipaluk Knudsen-Ostermann steht im Mittelpunktdieses Films, der sich mit der zunehmenden Verschmutzung derWeltmeere beschäftigt. Auf einer Reise, die sie nach Tansania, Indienund Costa Rica führt, möchte sie die Ursachen für die Verschmutzungergründen.

Besonders beeindruckt dabei die ruhige, unaufgeregte Art, die PipalukKnudsen-Ostermann bei ihren Recherchen an den Tag legt. DieGespräche mit AktivistInnen und Betroffenen in den einzelnen Ländernfinden auf gleicher Augenhöhe statt und sind von gegenseitigemInteresse geprägt. Lokale Probleme und die Suche nach Lösungenfügen sich so zu einem Bild der globalen Verflechtung zusammen. Undes wird deutlich, dass es mehr Parallelen zwischen dem Leben in dergrönländischen Eiswüste und jenem in der tansanischen Savanne gibt,als man zunächst annehmen möchte.

 

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Tagaus, tagein

Richard Rossmann, Österreich 2011
Dokumentarfilm, 80 Min, Farbe, Beta, DF

„Der Tag, an dem ich aufhöre, bin ich tot.“ Seit dem Tod des Großvaters1958 führt Richard Rossmanns Großmutter Thresl den Harhamhof– tagaus, tagein. Bald wird sie 100 Jahre alt. Für ihre Gäste ist siedie Herrin einer zeitlosen Welt. Doch nicht jedem gefällt die Art undWeise, wie sie den Harhamhof führt. Ihr Sohn Hans drängt sie seitJahrzehnten zur Übergabe des Hofes. Thresl will davon jedoch nichtswissen. Ein Film über Heimat und Familie, über Willenskraft und dieWürde des hohen Alters.

 

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The Look – Charlotte Rampling

Angelina Maccarone, Deutschland 2011
Dokumentarfilm, 94 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Ein spannendes und sehenswertes Porträt der faszinierenden SchauspielerinCharlotte Rampling. In neun Kapiteln und Begegnungenteilt sie ihre persönliche Sichtweise zu Tod, Schönheit, Alter, Tabu,Begehren oder Liebe mit WeggefährtInnen und Vertrauten wie PeterLindbergh, Paul Auster, ihrem Sohn Barnaby Southcombe oder JuergenTeller. Angelina Maccarone gelingt eine große Nähe zu CharlotteRampling und damit eine große Intimität.

Regisseurin Angelina Maccarone („Fremde Haut“) verzichtet bewusstauf die gewohnt chronologische Aufmachung von Porträtfilmen undschafft mit den Spotlight-artigen Sequenzen eine starke Collage überdie schillernde Stilikone (Kino.de).

 

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The naked option

Candace Schermerhorn, USA/ Nigeria 2011
Dokumentarfilm, 75 Min, Farbe, DVD, OmeU

Hinter diesem ungewöhnlichen Filmtitel verbirgt sich ein spannenderDokumentarfilm über Widerstandskämpferinnen im Nigerdelta. „TheNaked Option“ erzählt über die Auswirkungen der Umweltverschmutzungdurch die Ölproduktion in einer Region, in der Umweltauflagenignoriert werden und die lokale Bevölkerung in keiner Weise von demReichtum profitiert. Die Regisseurin begleitet Aktivistinnen wie EmemOkon, die auf dem Grassrootslevel das Empowerment der Frauenvorantreiben und sie über ihre Rechte aufklären.

Die solcherart gestärkten Frauen besetzen die Produktionsgelände unddrohen als letztes Ressort ein kulturelles Tabu zu brechen – nämlichsich in der Öffentlichkeit auszuziehen – um den Ernst ihrer Lage zuverdeutlichen und ihre Forderungen durchzusetzen.

 

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VIS-Kurzfilmprogramm 2012

VIS zu Gast bei den FrauenFilmTagen 2012

Das Programm beinhaltet eine großzügige Auswahl an Filmen von Frauen, die sich mit kulturellen, politischen Fragen und Identität auseinandersetzen. Zudem wird das Programm eine kleine Reise zum Kurzfilm sein, der bisher bei den FrauenFilmTagen nicht etabliert war. Musikvideo-ähnliche Arbeiten, dokumentarische Arbeiten, Spielfilme, Animation, Experimente und experimentelle Arbeiten treffen aufeinander. Mit den Filmen „Buenos Aires Recyclers“ und „Planet Z“ sind zwei Filme dabei, die sich von den starken Identitäts- und Genderfilmen abgrenzen, jedoch zu einer Genre-Diversität beitragen.

 

Buenos Aires Recyclers - Recyclers #2   (Österreichpremiere)
Nikki Schuster, Argentinien/Österreich 2011, 6 Min

Schuster animiert in ihrem neuesten Film Müll aus der argentinischen Metropole. „Buenos Aires Recyclers“ ist der zweite Teil ihrer Kunstfilmreihe „Recyclers“.
 

Féminin, Masculin (Feminine, Masculine)
Sadaf Foroughi, Iran/Südafrika 2007, 9 Min

In diesem Bus ist die iranische Welt verdreht: Frauen sitzen im vorderen, Männer im hinteren Teil des Fahrzeugs. Überraschung, Ärgernis, Diskussionen. Das alles wegen der Person am Steuer: der ersten Busfahrerin Teherans, die in dieser Doku porträtiert wird.

Eine Dokumentation über die Geschlechterrollen im Iran. An den strengen Regeln der iranischen Gesellschaft wird ein wenig gerüttelt.
 

Pashmaloo / Hairy   (Österreichpremiere)
Ana Lily Amirpour, Iran/USA 2010, 17 Min

Farah ist ein Teenager aus den USA und ein bisschen wilder als Nilou, die im Iran aufgewachsen ist. Die Mädchen unternehmen einen Ausflug zu einem Hügel, wo sie in Ruhe Musik hören und allein sein wollen. Zwischen ihnen brechen Differenzen auf, als Farah zu erklären versucht, warum sich Frauen epilieren sollten.
 

Pour toi je ferai bataille (For You I Will Fight)
Rachel Lang, Belgien 2010, 21 Min

Den emotionalen Irrungen und Wirrungen der Adoleszenz geschuldete Haltlosigkeit lässt die junge Ana eine ungewöhnliche Entscheidung treffen: für den Militärdienst. Trotz des rauen Tons, der Erniedrigung und ähnlich Fragwürdigem, das die Grundausbildung mit sich bringt, scheint sie hier in gewisser Weise das zu finden, wonach sie sich sehnt.
 

Planet Z   (Österreichpremiere)
Momoko Seto, Frankreich 2011, 9:30 Min

Irgendwo in den Weiten des Alls existiert der Planet Z. Er ist von Pflanzen bevölkert, und das Leben scheint harmonisch und schön. Doch die Idylle wird langsam von schmierigen Eindringlingen zersetzt.
 

Egodyston
Xenia Lesniewski, Deutschland 2009, 3 Min

Egodyston, auch Ich-Dystonie: Zustände, die von der jeweiligen Person als nicht eigentlich zu ihr gehörig wahrgenommen bzw. als fremd und störend erlebt werden. Mäandernd zwischen Musikvideo und Animationsexperiment beschäftigt sich Xenia Lesniewski in ihren poppigen und assoziativen Bildern mit der weiblichen Sexualität. Die Frau als Monstrum, als Kreuzung zwischen Schwan und Mensch, als Gefangene ihrer eigenen Sexualität.
  

 

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We need to talk about Kevin

Lynne Ramsay, USA/ Großbritannien 2011
Spielfilm, 112 Min, Farbe, 35mm, EF

Die ehemalige Star-Abenteurerin Eva (gespielt von Oscar-PreisträgerinTilda Swinton) trägt eine schwere seelische Last. Grund ist ihr SohnKevin, der bereits als Baby eine eigenwillige Distanz zeigt, die esMutter Eva schwer macht, Nähe aufzubauen. Während Vater Franklin(John C. Reilly) an seinem Sohn nichts Ungewöhnliches sieht, ist Evabesorgt über die mangelnde Empathie und seine Lust an Zerstörung.

Regisseurin Lynne Ramsay enthüllt erst nach und nach das Familiendrama,spannend und bewegend. Sie zeigt, wie die glückliche Familiein eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes schlittert.

 

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Where do we go now

Nadine Labaki, Frankreich/ Libanon/ Italien/ Ägypten 2011
Spielfilm, 110 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Nadine Labakis neuer Film erzählt die Geschichte einer Gruppelibanesischer Frauen, die ihr von Landminen umgebenes Dorf vor denaufkeimenden Spannungen zwischen Christen und Muslimen schützenwollen und dabei auch vor unkonventionellen Mitteln nicht zurückschrecken.Viele Tote hat der Krieg bereits gefordert und mehr sollenes nach dem Willen der Frauen nicht werden. Nadine Labaki, bekanntdurch ihren Film Caramel, versteht es mit viel Witz und Humor dieschwierigen Verhältnisse in ihrer Heimat humorvoll zu verpacken.

„Where do we go now“, der in Toronto den Publikumspreis gewonnenhat, eröffnet die FrauenFilmTage 2012.

 

 

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