Die Filme 2013

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All is well

Pocas Pascoal, Portugal 2012
Spielfilm, 96 Min, Farbe, BlueRay, OmeU

Die Künstlerin Pocas Pascoal verarbeitet die Geschichte ihrer Flucht aus Angola in diesem preisgekrönten Spielfilm. Mit ihrer Schwester floh sie vor dem Bürgerkrieg aus Angola nach Lissabon und versuchte dort Fuß zu fassen, bis ihre Mutter nachkommt.  Es sind vor allem die Unwägbarkeiten und Gefahren, denen sie als Flüchtlinge, ohne Geld und auf sich allein gestellt in einer recht männlich dominierten Gesellschaft ausgesetzt sind. Der Glaube, dass sie innerhalb der dortigen Flüchtlingsgesellschaft auf Loyalität zählen können, wird sehr bald erschüttert. Mit Würde und Haltung versuchen sie dennoch, sich ein provisorisches Leben zu zimmern.

 

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Ekstase

Gustav Machatý, Österreich/ Tschechien 1933
Spielfilm, 82 Min, s/w, DVD, DF

Eva ist blutjung, hübsch und lebenslustig; ihr frisch angetrauter Gatte Emil Jermann alt, unansehnlich und ein trockener Pedant. Schon auf ihrer freudlosen Hochzeitsreise erkennt Eva, dass sie in ihrer Ehe nicht glücklich werden kann. Sie flieht aus der Enge der Stadt hinaus auf das Landgut ihres Vaters.

 

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Festung

Kirsi Marie Liimatainen, Deutschland 2011
Spielfilm, 88 Min, Farbe, DCP, DF

Johanna findet nur schwer Anschluss in der Schule, geht nicht weg und zu ihrer Geburtstagsfeier kommt niemand. Die 13-jährige hat nur wenige Kontakte. Der wahre Grund ist, dass zu Hause immer Streß ist, wenn Vater kommt. Der ist gewalttätig, wenn er frustriert ist. Doch die Fassade aus Verheimlichung und Wegschauen wird unerwartet erschüttert: Johanna ist das erste Mal verliebt. In Christian (15), den Sohn ihres Sportlehrers. Das Mädchen steht nun zwischen den Fronten. Sie will die Familie retten, die Mutter und die kleine Schwester beschützen, aber sie möchte auch ihre erste Liebe erfahren dürfen. Zerrissen zwischen dem strengen Pflichtgefühl, ihrer Loyalität gegenüber der Familie und dem langsam wachsenden Vertrauen zu ihrer Jugendliebe, muss Johanna sich entscheiden. Und handeln.

 

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Flickorna (The Girls)

Mai Zetterling, Schweden 1968
Spielfilm, 100 Min, s/w, DCP, OmdU

Mai Zetterlings moderne Lysistrata-Version ist ein feministischer Klassiker. Ein Stockholmer Theaterensemble probt Aristophanes’ Komödie „Lysistrata“ und tourt damit durch die schwedische Provinz. Liz, Marianne und Gunilla – die drei Hauptdarstellerinnen des Stücks, in dem ein Sexstreik als Mittel gegen den Krieg und die Gleichheit der Geschlechter thematisiert werden – reflektieren zusehends ihre gegenwärtigen realen Lebenssituationen und ihre Rollen als Frau in der Gesellschaft. Bühnengeschehen und äußere Wirklichkeit gehen ineinander über. Die Versuche der drei Frauen, die Botschaft des Stücks mit dem Publikum, den Medien, den eigenen (Ehe-)Männern zu diskutieren, werden immer absurder.

 

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Forbidden Voices

Barbara Miller, Schweiz 2012
Dokumentarfilm, 96 Min, Farbe, DVD, OmdU

Sie werden unterdrückt, verboten und zensiert. Doch die weltberühmten Bloggerinnen Yoani Sánchez, Zeng Jinyan und Farnaz Seifi lassen sich von ihren diktatorischen Regimen nicht einschüchtern. Die furchtlosen Frauen repräsentieren eine neue, vernetzte Generation moderner Widerstandskämpferinnen. In Kuba, Iran und China bringen diese Pionierinnen mit ihren Blogs das staatliche Informationsmonopol ins Wanken - und riskieren dabei ihr Leben.

Das „TIME - Magazine" zählt sie zu den einflussreichsten politischen Stimmen der Welt. Basierend auf ihren bewegenden Zeugnissen und klandestinen Aufnahmen ist FORBIDDEN VOICES eine Hommage an ihren mutigen Kampf.  

 

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© Thimfilm

Grenzgänger

Florian Flicker, Österreich 2012
Spielfilm, 88 Min, Farbe, DCP, DF

Zwei Männer, eine Frau: Ein dramatisches Dreieck zwischen Liebe und Leidenschaft, Verrat und Verbrechen. Florian Flicker hat Karl Schönherrs „Der Weibsteufel“ ins österreichische Grenzland kurz nach der Jahrtausendwende übersetzt.

Im wilden Sumpfgebiet der March-Au haben sich Hans und Jana eine kriminelle Idylle eingerichtet, die kippt, als ein junger Soldat dem Paar das Handwerk legen soll. Erzählt in wunderschönen Bildern und mit Musik von Eva Jantschitsch.

Florian Flicker erhielt den Österreichischen Filmpreis 2012 für das beste Drehbuch.  

 

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Invisible War

Kirby Dick, USA 2012
Dokumentarfilm, 93 Min, Farbe, BlueRay, EF

Eine beeindruckende Doku über ein Tabuthema in der US-Armee – sexuelle Nötigung und Vergewaltigungen von Soldatinnen durch ihre eigenen Kameraden. Rund 20 Prozent der aktiven Soldatinnen sind davon betroffen. Einige dieser sowie Militär-Verantwortliche, damit befasste AnwältInnen und PolitikerInnen kommen zu Wort und stellen der US-Armee ein regelrechtes Armutszeugnis aus: Die strafrechtliche Verfolgung der Vorfälle innerhalb der Armee wird oft verweigert oder läuft ins Leere. Die Täter werden überwiegend geschützt, die Opfer darüber hinaus auch oftmals noch dafür bestraft.

 

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Le Sac de Farine

Kadija Leclere, Belgien/ Marokko 2012
Spielfilm, 90 Min, Farbe, DCP, OmeU

1975: Die 8-jährige Sarah wird von ihrem Vater aus Belgien in das ländliche Marokko entführt. Sie wächst bei ihrer Tante auf. Statt Rechnen lernt Sarah nun Nähen und Stricken. Ihr Traum: ein Studium in Belgien. Zwischen arrangierten Ehen und dem Hungerstreik in Marokko verliert sie neun Jahre später ihr Herz an den attraktiven Nari und muss entscheiden, ob sie ihrem Traum weiterhin folgen wird.

Basierend auf autobiographischen Erfahrungen erzählt die Regisseurin mit Humor und Leidenschaft eine belgisch-marokkanische Geschichte, die auf vielfältige Weise zeigt, wie Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können.

Preis der Ökumenischen Jury auf dem Filmfest Mannheim-Heidelberg."

 

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Lore

Cate Shortland, GB/ Australien/ Deutschland 2012
Spielfilm, 109 Min, Farbe, DCP, DF

Lore, Tochter ranghoher Nazis, versucht in den letzten Kriegstagen, sich zusammen mit ihren jüngeren Geschwistern zur Großmutter in den Norden durchzuschlagen. Auf dem Weg kämpft sie nicht nur gegen die unwirtlichen Gegebenheiten sondern auch mit ihrem fest gefügten Weltbild, das langsam ins Wanken gerät, gekonnt in Szene gesetzt von Cate Shortland und grandios gespielt von Saskia Rosendahl.

LORE wurde mit Preisen überhäuft und erhielt u.a. auf dem Filmfest in Locarno den Publikumspreis und den Preis der Hamburger Filmkritik. Hauptdarstellerin Saskia Rosendahl ist Shootingstar auf der Berlinale 2013.  

 

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Mademoiselle

Tony Richardson, GB/ Frankreich 1966
Spielfilm, 103 Min, s/w, DVD, OmeU

Mademoiselle (Jeanne Moreau) ist eine Lehrerin in einem Dorf in der Provence. Ein italienischer Holzfäller, der zusammen mit einem Freund und seinem Sohn als Gastarbeiter in dem Dorf arbeitet, stellt sich besonders geschickt bei den Löscharbeiten an und wird ungewollt zum Lokalhelden, den die dortigen Frauen insgeheim bewundern. Die Männer nehmen ihm seine Handlungen jedoch übel und unterstellen ihm Absicht, um sich hervorzutun und bei Damen gut dazustehen.

 

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© Salzgeber & Co. Medien GmbH

Man for a day

Katarina Peters, Deutschland 2012
Dokumentarfilm, 96 Min, Farbe, digiBeta, OmdU

Diane Torr ist als Gender-Aktivistin für ihre Workshops und Auftritte weltbekannt. Seit mehr als 30 Jahren konzentriert sich die Performance-Künstlerin auf den Aspekt geschlechtlicher Identität und experimentiert mit gängigen Klischees und Rollenbildern. Regisseurin Katarina Peters begleitet einen Workshop von Diane Torr in Berlin, bei dem eine Gruppe aufgeschlossener Frauen zu Männern wird und sich dabei filmen lässt. Für einen Tag legen die Damen ihre Weiblichkeit ab und können dabei mehr über das andere Geschlecht lernen, aber auch einiges über die eigenen Rollenvorstellungen und Auffassungen von Mann und Frau erfahren.

 

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© Thimfilm

Martas Koffer

Günter Schwaiger, Österreich/ Spanien 2013
Dokumentarfilm, 86 Min, Farbe, DCP, DF

Marta, die einen brutalen Mordversuch von ihrem Ex-Mann überlebte, nachdem sie vorher von ihm jahrelang psychisch misshandelt worden war, lebt versteckt in einer Wohnung irgendwo in Südspanien, denn ihr Aggressor kam vor wenigen Monaten vorzeitig und auf Bewährung frei, obwohl er im Gefängnis weder eine Therapie absolviert noch Reue gezeigt hat. Marta hat Angst. Die Polizei kann nicht für ihre Sicherheit garantieren und auch in ihrem Versteck lebt sie nicht in Frieden, da der Täter weiter versucht, sie und ihre Töchter zu terrorisieren. Alarmiert durch die Passivität der Behörden und von ihrer Familie verstoßen sucht Marta Hilfe bei Amnesty International, wo ihre Freundin, die Anwältin María Naredo, schon seit Jahren die Situation der "versteckten Frauen" bei den Behörden anprangert.

 

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© Ulrike Ottinger

Prater

Ulrike Ottinger, Österreich/ Deutschland 2007
Dokumentarfilm, 104 Min, Farbe, 35mm, OmeU

Mit betörenden Bildern verwandelt Ulrike Ottingers Film Prater den beliebten Wiener Ort der Sensationen in ein Kinoerlebnis. Praterdynastien erzählen vom Schaustellerleben. Wir begegnen den Nachkommen des "Manns ohne Unterleib", der um 1900 mit Frau und Kindern eine Vielzahl bis heute bestehender Vergnügungsbetriebe gründete. Wir treffen die Besitzer des Schweizerhauses, Manager eines gastronomischen Spitzenbetriebs, deren Vorgänger kaiserliche Jagdtreiber waren, oder den Prater-Heinzi, der pfleglich ausgemusterte Illusionsmaschinen repariert. Gäste im Film: Elfriede Jelinek, Elfriede Gerstl, Herbert J. Wimmer, Ursula Storch, Werner Schwarz und Veruschka.

 

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© Astrid Groborsch

Prinzessin

Birgit Grosskopf, Deutschland 2005
Spielfilm, 80 Min, Farbe, 35mm, DF

Während noch überall die Weihnachtsdekoration hängt, knallen schon die ersten Silvesterkracher. An den drei Tagen „zwischen den Jahren” – inmitten Automatenhotels, Möbelhäusern und Wohnsilos – hängt die achtzehnjährige Katharina lieber mit Yvonne und den anderen aus der Clique draußen in der Kälte ab als in irgend so einer beengten Wohnung. Unruhig streifen die Mädchen durch ihr Revier. Die Geschichte einer Mädchenfreundschaft zwischen alltäglicher Gewalt und Ausbruchsversuchen.

 

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Sex is Comedy

Catherine Breillat, Frankreich 2002
Spielfilm, 92 Min, Farbe, 35mm, OmeU

Die Filmregisseurin Jeanne steckt in den Dreharbeiten an ihrem neusten Film, die sich schwierig gestalten. Obwohl es winterlich kühl ist, ist am Meer eine Sommerbadeszene zu spielen. Die Hauptdarstellerin und der Hauptdarsteller können sich nicht ausstehen und müssen eine leidenschaftliche Kussszene geben. Mit dem Hauptdarsteller, den sie selbst seiner Ausstrahlung wegen gewählt hat, befindet sich Jeanne inzwischen auf Kriegsfuß, weil der freiheitsbewusste junge Mann sich der Herrschsucht der Regisseurin durch allerlei Launen entzieht. Zudem ist eines ihrer Beine im Gips.

Sex Is Comedy ist eine französische Filmpersiflage der Regisseurin Catherine Breillat aus dem Jahre 2002.

 

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Staub auf unseren Herzen

Hannah Doose, Deutschland 2012
Spielfilm, 91 Min, Farbe, DCP, DF

Kathi (Stephanie Stremler) ist alleinerziehende Mutter und als Schauspielerin in Berlin immer auf der Suche nach einem Job. Finanziell ist sie von ihrer Mutter (Susanne Lothar) abhängig, die ihre Tochter für lebensunfähig hält. Als noch der lange verschollene Vater auftaucht und Kathi als Sprachrohr gegenüber der Mutter benutzt, ist das für Kathi endgültig zu viel.

„Staub auf unseren Herzen“ erzählt die Emanzipationsgeschichte einer jungen Frau, die sich nur schwer von ihrer erfolgreichen Mutter lösen kann. Leichtfüssig erzählt der Film mit Humor die Schwierigkeiten des ganz normalen Lebens und wurde dafür auf dem Filmfest München 2012 mit Preisen überhäuft, u.a.: Preis für Beste Regie und Beste Produktion in der Kat. Neuer Deutscher Film, First Step Award, Publikumspreis Tele 5 Award.  

 

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© Mobilefilm/Thimfilm

Tag und Nacht

Sabine Derflinger, Österreich 2010
Spielfilm, 100 Min, Farbe, 35mm, DF

Lea und Hanna wollen an das schnelle Geld kommen. Und ein Schuss von Neugierde ist auch dabei. Zwei junge Frauen vom Land, Freundinnen seit Kindestagen an, die zum Studium nach Wien gekommen sind. Die große Stadt ist Abenteuer. Warum soll eine Studentin nicht als Callgirl arbeiten? Solange sie das freiwillig tut. Die Münze entscheidet: Sie werden als Escort-Girls arbeiten. "Und wenn's uns nicht taugt, gehen wir kellnern für acht Euro die Stunde."

 

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© Polyfilm

Take this waltz

Sarah Polley, Kanada/ Spanien/ Japan 2011
Spielfilm, 116 Min, Farbe, DCP, OmdU

Margot (Michelle Williams), 28, ist glücklich verheiratet mit Kochbuchautor Lou (Seth Rogen). Bis sie im Flugzeug auf einer Geschäftsreise Daniel trifft, der ihr sofort sympathisch ist. Als sich herausstellt, dass Daniel in Toronto ganz in der Nähe von Margot wohnt, treffen sie sich häufiger. Wie soll sie sich entscheiden, für das Altbekannte, Liebgewordene oder für das unbekannte Neue? Sarah Polley’s Film über das Begehren und die Fragen, ob Liebe ewig dauern kann ist eine leichte Komödie mit bittersüßer Note.

„Dieser wunderbare Film, erfüllt von Musik, sonnigen Farben und Wärme“ The New York Times.

„Michelle Williams verkörpert diese Frau, wie ich noch keine Schauspielerin eine Frau verkörpern gesehen habe!“ Wim Wenders, ELLE.

Auszeichnungen:
San Diego Film Critics Society Awards 2012: Best Actress Michelle Williams.
Vancouver Film Critics Circle 2012: Best Actress in a Canadian Film Michelle Williams.

 

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UFO in her Eyes

Xiaolu Guo, China 2011
Spielfilm, 110 Min, Farbe, 35mm, OmdU

Kwok Yun (Shi Ke) ist fast 40 Jahre alt und unverheiratet. Obwohl sie eigentlich den Traditionen ihrer Gemeinde treu ist, hat sie eine Affäre mit dem örtlichen Dorflehrer. Nach einem Schäferstündchen im Reisfeld, nimmt sie ein merkwürdiges Geräusch wahr. Sie sieht hinauf in den Himmel und meint, ein UFO zu sehen. Diese Entdeckung meldet sie pflichtbewusst der Dorfvorsteherin, die gleich daran geht, das Dorf für die zu erwartenden Touristenströme umzustrukturieren. Die Regisseurin und Schriftstellerin Xiaolu Guo zeigt auf humorvolle Weise die Auswüchse der Umwälzungen in China.

 

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UmdeinLeben

Gesine Danckwart, Deutschland 2009
Spielfilm, 87 Min, Farbe, 35mm, DF

Gesine Danckwart, deren Theatertexte und Projekte weltweit gespielt werden, zeigt in ihrem Spielfilmdebüt sechs Protagonistinnen über dreißig - von der Politikerin bis zum Barmädchen - im alltäglichen Wahnsinn des einfachen Überlebens. Diese Frauen sind stark und alleine, selbstständig und eigenwillig; agieren in Innen- und Außenräumen ... rastlos, suchend, stets an der Kippe.

Ein ungewöhnlicher Film, der mit seiner unkonventionellen bis avantgardistischen Machart fasziniert. Abseits des klassischen Erzählkinos gewährt er tragikomische Einblicke in aktuelle Befindlichkeiten; in das Theater des Lebens – der ständigen Wiederholung von Drama und Komödie. Was kann man tun? - Reden, kämpfen, warten, lieben – UmdeinLeben! (mit Caroline Peters und Maren Kroymann) .  

 

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Virgin Tales

Mirjam von Arx, Schweiz 2012
Dokumentarfilm, 87 Min, Farbe, DCP, OmdU

Evangelikale Christen rufen die zweite sexuelle Revolution aus: Keuschheit als Gegenbewegung zu Gesinnung und Praktiken der modernen Kultur. So gelobt in den USA bereits jedes achte Mädchen, unbefleckt in die Ehe zu gehen. Die sieben Kinder der Familie Wilson, Gründer der Jungfrauen-Bälle, gehen einen Schritt weiter: Auch geküsst wird erst vor dem Traualtar! Zwei Jahre lang haben die Filmemacher den Wilson-Nachwuchs begleitet und dokumentiert, wie die religiöse Rechte eine junge Generation darauf vorbereitet, eine evangelikale Utopie zu verwirklichen.

VIRGIN TALES hat 2012 den Züricher Filmpreis erhalten.  

 

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VIS-Kurzfilmprogramm 2013

Wie die FrauenFilmTage feiert auch VIS Vienna Independent Shorts heuer sein zehnjähriges Bestehen. Österreichs größtes Kurzfilmfestival ist bereits zum zweiten Mal zu Gast, diesmal mit (Wieder-)Entdeckungen der letzten zehn Jahre.

Aus jedem Festivaljahr wurde ein Film ausgewählt, darunter Werke von bekannten Namen wie Miranda July und Cecilia Lundqvist sowie Beiträge origineller Initiativen wie dem 59 Seconds Video Festival aus New York. Auch Festivalhighlights aus Berlin, Cannes und Venedig – Wo ich bin ist oben von Bettina Schoeller, How to Pick Berries von Elina Talvensaari oder Nightstill von Elke Groen – sind Teil des Programms.

Die Kombination der zehn Filme ergibt einen facettenreichen Rückblick, der zu Begegnungen mit Heimat und Fremde einlädt. Wir begeben uns auf eine Reise in die Ferne, erleben das Unbekannte und finden uns (schmunzelnd) in vertrauten Lebenssituationen wieder. Als Bonus gibt es einen Überraschungsfilm, der bei den FrauenFilmTagen seine Österreich-Premiere feiern wird!

Kuratiert von Julia Fabrick und Alexandra Valent.

 

Oh I’m so happy
Cecilia Lundqvist, Schweden 2008, 3 Min. (VIS 2009)

Eine Frau erzählt von ihrem Leben, versucht uns zu überzeugen, dass sie glücklich ist. Doch nicht nur ihr Gesicht, auch ihre Haltung und ihre Position verraten, dass sie uns wohl etwas vormacht. Gnadenlose „Sound-Footage“-Arbeit der Animationskünstlerin Cecilia Lundqvist.
 

Kleine Reise
Claire Walka, D 2003, 2 Min. (VIS 2005)

Eine Reise durch den Supermarkt der etwas anderen Art.
 

Amnezac
Fulana (Cristina Ibarra, Marlène Ramirez-Cancio, Lisandra Ramos-Grullón, Andrea Thome), USA 2005, 59”. (VIS 2006)

Hemmen Sie Ihr historisches Gedächtnis and fragen Sie Ihren Arzt nach Amnezac, dem stärksten Anti-Historiamin auf dem Markt.
 

Unfold
Ingrid Chikhaoui, F/USA 2011, 18 Min. (VIS 2012)

New York - Tunesien. Zwei Protagonisten, zwei Familien, zwei Religionen, zwei Sprachen - zwei Welten. Im Fokus der Erzählung steht die Liebesbeziehung zwischen Elias und Susan, zwei Fremde in New York, welche sich in ihren Hochzeitsvorbereitungen befinden. Ein Ein-Zimmer-Appartement stellt dabei den Ort der Begegnung dar. So erlebt Elias in New York via YouTube die arabische Revolution von 2011 – seine Familie lebt in Tunesien. Der Film zeigt das Leben in Parallelwelten, das sich Finden in der Fremde. Die Weltkugel auf dem Handy steht symbolisch für das Bild der interkulturellen Verknüpfung. Verbinden, Vernetzen, Verknüpfen. Und am Ende ist es die Liebe, welche die Welt zum Stillstand bringt/zwingt.
 

NightStill
Elke Groen, Ö 2007, 9 Min. (VIS 2008)

"Von brüchigen Sounds begleitet ziehen Wolken als eiliger Schwarm über Kuppen. Hinter Fenstern blinken Lichter wie Morsezeichen. Gondeln zischen wie Flugobjekte vorüber. Der Mond steigt, glüht, stürzt, verschwindet und geht doch immer wieder auf." (Isabella Reicher).
 

Miten marjoja poimitaan / How to Pick Berries
Elina Talvensaari, Finnland 2010, 19 Min. (VIS 2011)

Der extreme Norden des finnischen Lappland erlebt im Sommer stets eine regelrechte Invasion: Beerenpflücker fallen in die Gegend ein – und zwar aus Thailand. Die Saisonarbeiter werden eigens aus den Subtropen eingeflogen, was den Einheimischen im kalten Norden einigermaßen zu schaffen macht. Die Regisseurin Elina Talvensaari schuf eine spannende Parabel über Arbeitsmigration und Globalisierung – mit grandios irritierenden Bildern und einem verunsichernden Soundtrack.
 

Haysha Royko
Miranda July, USA 2003, 4min. (VIS 2007)

Drei Personen, die Raum und Zeit am Flughafen von Portland negieren.
 

Massentourismus
Sina Moser, Ö 2002, 2 Min. (VIS 2004)

Satire über die ökologische und ökonomische „Notwendigkeit“ des Massentourismus.
 

Wo ich bin ist oben
Bettina Schoeller, D 2010, 18 Min. (VIS 2010)

Drei Frauen im Urlaub auf Gran Canaria: Großmutter, Tochter und Enkelin versprühen auf der Kanarischen Insel jede Menge touristischen Charmes. Aus dem persönlich gehaltenen Urlaubsvideo von Bettina Schöller entsteht sowohl ein amüsantes Generationenporträt als auch ein unvergleichliches Abbild ihrer Großmutter. Eine lebendige Doku mit Klasse.
 

Überraschungsfilm   (Österreichpremiere)
  

 

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© Elke Jonigkeit

Von König Amanullah zu Facebook

Elke Jonigkeit, Deutschland/ Afghanistan 2011
Dokumentarfilm, 82 Min, Farbe, BetaSP, OmdU

Afghanistan von 1928 bis heute: Haben sich die Beziehungen zwischen Männern und Frauen verändert? Zu Wort kommen junge Studenten und Studentinnen, Freunde und Freundinnen der Regisseurin, die sie schon seit 1985 mit der Kamera begleitet, aber auch alte Männer und Frauen. Sie alle haben Afghanistan nie verlassen, haben die Veränderungen im Lande miterlebt und zeichnen so ein authentisches Bild vom Leben innerhalb Afghanistans.

Die Globalisierung hat auch in Afghanistan Einzug gehalten und mit ihr die neuen Medien. Internet, Fernsehen, Radio, Handy etc. kollidieren oft auf fatale Weise mit der afghanischen Wirklichkeit, ihren festgefügten Traditionen und Sitten, die vor allem den Frauen auferlegen, die „Würde der Männer zu wahren“.  

 

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© Jacek Drygala / Studio Munka

Women’s day

Maria Sadowska, Polen 2012
Spielfilm, 96 Min, Farbe, DCP, OmeU

Halina, stille pflichtbewusste Kassiererin in einer polnischen Supermarktkette wird überraschend zur Filialleiterin befördert. Rasch dämmert ihr, dass sie nun als Chefin ihren ehemaligen Kolleginnen gegenüber die geschäftsüblichen ausbeuterischen und erniedrigenden Praktiken mit aller Härte durchsetzen muss. Sie beginnt, diese Gepflogenheiten in Frage zu stellen und steigt auch öffentlich in den Ring, um für die Rechte der Arbeiterinnen zu kämpfen. Eine auf realen Begebenheiten basierende Geschichte, in der Halina vom schüchternen Duckmäuschen zur selbstbewussten Kämpferin avanciert - und Erfolg damit hat.

Der Regisseurin Maria Sadowska gelingt es, in ihrem Spielfilmdebut ein sehr ernstes Thema in eine mitunter lustig-komische Geschichte zu verpacken. Beim Cottbusser Filmfestival wurde „Women`s Day“ als bester Film ausgezeichnet.  

 

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X Love Scenes

Constance Ruhm, Österreich 2007
Spielfilm, 58 Min, Farbe, BlueRay, DF

X Love Scenes ist der fünfte Teil des als Serie angelegten Projektes X Characters, in dessen Mittelpunkt der Versuch steht, die Identitäten ikonischer weiblicher Figuren aus der Kinomoderne als zeitgenössische Versionen fortzuschreiben. Während das Scriptgirl den Text einliest, spielt die Schauspielerin gegen eine Leerstelle. Diese Figur basiert auf der Giuliana aus Antonionis Il Deserto Rosso (1964). Die nun zur Schauspielerin gewordene Giuliana ist innerhalb des Film-im-Film-Settings in Sub-Charaktere aufgespaltet. Diese stellen etwa Versionen der Bree aus Klute (Regie: Alan J. Pakula, 1971) und der Hari aus Solaris (Regie: Andrej Tarkowsky, 1972) dar. Das Scriptgirl geht auf Nana aus Godards Vivre sa vie (1962) zurück. Nur die Figur der Regisseurin beruht auf keiner filmhistorischen Vorlage.

 

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