Kuratorin 2013   // Caroline Peters – „female desire“

PETERS_Caroline © Josef Gallauer

Interview mit Caroline Peters

FrauenFilmTage (FFT): Sie kommen aus einer Theater begeisterten Familie, spielte Kino eine Rolle? Wenn ja welche?

Caroline Peters (CP): Kino war in meinen Teenager-Jahren mein Wohnzimmer. Mein Vater sah Kino als Bildung an und gab mir zusätzlich zum Taschengeld einen Film- Etat, mit der Auflage über jeden Film den ich sehe eine kleine Notiz zu schreiben. Die Kinos im Köln der 80er Jahre waren ausgesprochen Cineasten- freundlich, es gab immer was zu gucken.

FFT: Können Sie sich an ihr erstes Kinoerlebnis oder eines ihrer ersten Kinoerlebnisse erinnern?

Welcher Film wurde gespielt?

CP: Mein erstes Kino- Erlebnis ist kindlich: "Bernhard und Bianca". Ich war 7 Jahre alt, wir durften ohne Erwachsene, mit dem älteren Nachbarskind hin und es war dunkel, plüschig und himmlisch.

FFT: Welche Art von Kinofilm bzw. Genre schätzen Sie besonders und warum?

CP: Die Genres wechseln mit der eigenen Biographie oder mit den Lebensstationen. Als Teenager war ich besessen von Humphrey Bogart und dem Film Noir, sowie von Ingrid Bergmann. Dann kamen mit "Pierrot le Fou" Belmondo und der französische Film der 60er bis 80er Jahre in mein Leben. In der Schauspielschule waren es aktuelle Action-Filme. Meine Helden waren Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger und Bruce Lee. Und seit "Matchpoint" bin ich von tiefer Liebe und frei von jeglicher Kritik aktuell wie retrospektiv zu Woody Allen erfasst. Und "Ghostwriter" hat ein ähnliches Erweckungserlebnis bezüglich Roman Polanski in mir ausgelöst.

FFT: Wann fasziniert sie ein Film oder nicht?

CP: Das frage ich mich auch. Vielleicht je mehr ein Film mich zwingt, in ihm zu versinken, umso stärker fasziniert er mich.

FFT: Für die FrauenFilmTage haben Sie das Motto „female desire“ gewählt. Warum gerade dieses Motto?

CP: Weibliches Begehren steht im Kino, wie im Theater selten oben auf der Themen- Liste. Will man sich mit dem Helden identifizieren, ist man meistens aufgefordert, sich männlich zu identifizieren. Für mich war Kino auch immer eine Schule des Lebens und die weiblichen Helden haben mir gefehlt oder sie waren marginalisiert, wie Linda Hamilton in der Terminator- Saga beispielsweise.

FFT: Gibt es Filme in der Auswahl, mit denen Sie eine besondere Erinnerung bzw. ein besonderes Erlebnis verbinden?

CP: In UmDeinLeben habe ich selbst mitgespielt, das hebt ihn für mich natürlich hervor. Alle anderen sind mehr als sehenswert und haben mich auf unterschiedliche Art ermutigt und begeistert.

FFT: Sie sind im TV zu sehen und stehen auf den bekanntesten Bühnen des deutschsprachigen Raums (u.a. Burgtheater, Schauspielhaus Zürich). Im Kino sieht man Sie seltener. Liegt das an der fehlenden Zeit oder an den Angeboten?

CP: Deutschland ist keine ausgesprochene Kino- Nation , Österreich entwickelt sich vielleicht mit all seinen Oscars langsam dahin, aber momentan gibt es einfach viel mehr Theater- und Fernseh- Produktionen, als Kino.

FFT: Danke für die nette Zusammenarbeit!

Vita

Caroline Peters spielt seit einigen Jahren mit großem Erfolg am Wiener Burgtheater. Davor war sie auf vielen großen deutschsprachigen Bühnen engagiert: Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Volksbühne Berlin, Schauspielhaus Zürich und Burgtheater Wien. In der derzeitigen Spielzeit ist sie in „Professor Bernhardi“ von Arthur Schnitzler, „Der ideale Mann“ von Elfriede Jelinek/Oskar Wilde und „Onkel Wanja“ von Anton Tschechow zu sehen.

Einer breiten Öffentlichkeit ist sie als Kriminalkommissarin in der Eifel-Krimiserie „Mord mit Aussicht“ bekannt.

Die Filme

Ekstase
Mademoiselle
Prinzessin
Sex is Comedy
UmdeinLeben
X Love Scenes

 

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