Alle Filme 2014 im Überblick

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Bertha von Suttner – Die Waffen nieder!

Zum 100. Todestag Bertha von Suttners 2014

Holger-Madsen, Dänemark 1915
Spielfilm, 50 Min, s/w, 16mm, stumm

Einer der bekanntesten Pioniere des dänischen Films, Regisseur Holger-Madsen, hat Bertha von Suttners Roman “Die Waffen nieder!” in erstaunlicher Art durch geniale Kameraarbeit auf Zelluloid gebracht. Dieses Antikriegs-Oeuvre, basierend auf dem Roman der Nobelpreisträgerin, zeigt auch kurz die Schriftstellerin und Friedensaktivistin selber.

Erzählt wird die Geschichte der Gräfin Martha Althaus (Augusta Blad), die einen Offizier (Olaf Fønss) heiratet. Sie hat vier Kriege erlebt, weshalb sie zur entschlossenen Pazifistin wird.

„Dieses Buch ist eine Tat! Es war ein Ereignis in meinem Leben.“ schrieb Peter Rosegger. Der dänische Regisseur Carl Theodor Dreyer hat den Roman für den Film adaptiert. Holger-Madsens filmische Umsetzung besticht mitunter durch Spezialeffekte, einige Shots sind in die Filmgeschichte eingegangen. Die Premiere des Filmes war mitten im Ersten Weltkrieg.

Am Akkordeon begleitet von Maria Düchler.

 

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Camera/Woman

Karima Zoubir, Marokko 2012
Dokumentarfilm, 59 Min, Farbe, DVD, OmeU

Khadija Harrad ist eine außergewöhnliche Kamerafrau in Casablanca: eine junge Marokkanerin, die sich mittels Objektiv von den konservativen Sitten befreit. Khadija verdient den Lebensunterhalt für ihren Sohn, ihre Geschwister und ihre Eltern durch das Filmen von Hochzeiten. Als Teil einer Generation junger marokkanischer Frauen, die ihre Sehnsucht nach Freiheit ausleben, versucht die geschiedene Khadija den Erwartungshaltungen des Familienclans ein stückweit gerecht zu werden. Sie pendelt täglich zwischen prunkvollen Vermählungsfeiern und dem konservativen Elternhaus. Die fesselnde Dokumentation im Stile des Cinéma vérité entschleiert die Probleme arbeitender und modern denkender muslimischer Frauen.

Der Film wurde mit dem IDFA Academy Worldview Award, dem Puma Creative Catalyst Award und dem Tamkeen, der Auszeichnung für das beste arabische Filmprojekt, ausgezeichnet.

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Karima Zoubir.

 

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Cast in Sand – Sahrauische Frauen sind widerständig

Rebecca Roberts-Wolfe, USA/ Algerien 2013
Dokumentarfilm, 27 Min, Farbe, DVD, OmeU

Zwei Frauen verschiedener Generationen kämpfen ums Überleben. Najla und Agaila sehnen sich im kargen Flüchtlingslager inmitten der Wüste in Algerien nach Freiheit, Gerechtigkeit und Zufriedenheit. Flucht war ihr einziger Ausweg, um der brutalen Besetzung der Westsahara durch Marokko zu entkommen.

Auf erstaunlich innige Art offenbaren sich dem Zuseher schrittweise die zwei unterschiedlichen Geschichten und Lebenswege.

Im Anschluss an den Film stellt Gundi Dick, Politikwissenschafterin und seit vielen Jahren im frauen- und entwicklungspolitischen Bereich tätig, ihr neues Buch „Eine Hand alleine kann nicht klatschen“ über die sahrauischen Frauen in den besetzten Gebieten und in den Flüchtlingslagern vor und lädt mit Fatma Sidi zur Diskussion ein.

 

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Fragile

Vidi Bilu, Israel 2013
Spielfilm, 104 Min, Farbe, DCP, OmeU

Eine Familie lebt friedfertig in einem Gebäude mit bröckelnder Fassade im Zentrum Jerusalems im Jahr 1966. Eli, der Vater, arbeitet - seine Frau Ruthy verbringt den Großteil des Tages im Bett und lebt in ihrer eigenen Welt. Die11-jährige Tochter Michal versucht aus Langeweile, die Aufmerksamkeit der Hausbewohner auf sich zu ziehen. Eines Tages beschließt die Mutter, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, sucht Arbeit, und bringt das Familienleben gehörig durcheinander.

Fragile ist der lang erwartete Film von Vidi Bilu, die mit „Close to Home“ (2005) den ersten Spielfilm über Frauen beim israelischen Heer drehte. Auf der Berlinale gab es für „Close to Home“ den C.I.C.A.E. Award.

 

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Franz Fuchs – ein Patriot

Personale 2014   // Elisabeth Scharang

Elisabeth Scharang, Österreich 2007
Spiel- und Dokumentarfilm, 95 Min, Farbe, DVD, DF

Im Oktober 1997 wird der österreichische Terrorist Franz Fuchs (Karl Markovics) verhaftet und wegen vierfachen Mordes und vielfacher schwerer Körperverletzung angeklagt. Damit findet einer der größten Kriminalfälle in Österreich ein vorläufiges Ende. Elisabeth Scharang rollt den Fall anhand der Vernehmungsprotokolle wieder auf und nähert sich den offenen Fragen und Thesen an, die nach dem Selbstmord des schuldig gesprochenen Attentäters unbeantwortet blieben.

Axel-Corti-Preisträgerin Elisabeth Scharang erhielt für diesen Film 2007 den Erich-Neuberg-Preis und 2008 die Romy für beste Regie sowie den Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung.

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Elisabeth Scharang und Cutter Alarich Lenz, moderiert von Karin Schiefer (Austrian Film Commission).

 

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Alamode Filmverleih

Gabrielle – (k)eine normale Liebe

Louise Archambault, Kanada 2013
Spielfilm, 104 Min, Farbe, DCP, OmdU

Die musikalisch hochbegabte, lebensfrohe Gabrielle verliebt sich in den Chor-Kollegen Martin. Beide hat es erwischt, beide tragen dieselbe Bürde: sie leiden unter dem Williams-Beuren-Syndrom. Die Umgebung reagiert hinsichtlich der Innigkeit, mit der sich die beiden begegnen, verstört. Entschlossen und lebenslustig stellen sich Gabrielle und Martin den Vorurteilen. Regisseurin Louise Archambault zeigt, wie leichtfüßig Liebe trotz vieler Hürden sein kann.

Die nicht alltägliche und vor Authentizität und Lebensfreude strotzende Liebesgeschichte erhielt den Publikumspreis von Locarno, war aber auch Eröffnungsfilm des Filmfests Hamburg und ist die kanadische Einreichung für die Oscars 2014.

 

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„Geschenkt wurde uns nichts“

Eric Esser, Italien/ Deutschland 2013
Dokumentarfilm, 58 Min, Farbe, BlueRay, OmdU

Annita Malavasi war 22 Jahre alt, als deutsche Truppen 1943 Italien besetzten. Als Partisanin Laila überbrachte sie Informationen, transportierte Waffen und kämpfte in den Bergen des Apennin gegen deutsche Besatzer. Als Frau musste sie sich den Männern in den Bergdörfern gegenüber täglich behaupten. Gegen Kriegsende gehörte Laila zu den wenigen weiblichen Kommandierenden im italienischen Widerstand. Neben Laila berichten auch zwei ihrer Genossinnen, gemeinsam reflektieren die drei Widerstandskämpferinnen über ihre Form von gelebter Emanzipation zur Zeit der Resistenza.

Die Dokumentation wurde in Mexiko mit dem Pressepreis Lorenzo Arduengo prämiert.

 

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© Blackwomen

Kare Kare Zvako (Mother’s Day)

Tsitsi Dangarembga, Simbabwe 2005
Spielfilm, 30 Min, Farbe, 35mm, OmeU

Es herrscht Dürre. Einer jungen, verarmten Familie droht durch die Faulheit des Vaters der Hungertod. Als die Mutter sein Verhalten anficht, kommt es zum Streit, und er gräbt in Rage mit brutaler Absicht eine Grube. Die Frau rächt sich auf ihre Art.

Mother`s Day basiert auf einer alten Shona-Volkslegende, die zum Musical mit zeitgenössischer Musik aus Simbabwe umgeformt wurde. Der kritische und zugleich humorvolle Motion Picture Film ist Teil einer Trilogie, die Volksmärchen in phantastische Zerrbilder des afrikanischen Machismus verwandelt. Eine Mischung aus Schauspiel und Tanz.

Mother`s Day hat 2005 den Golden Dhow Zanzibar sowie den Short Film Award Cinemaafricano Milano und den Short Film Award Ziff gewonnen.

Im Anschluss Lesung von Tsitsi Dangarembga aus der Tambudzai Sigauke-Trilogie.

 

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Mara Mattuschka_Different Faces of an Anti-Diva

Künstlerinnen im Film

Elisabeth Maria Klocker, Österreich 2013
Dokumentarfilm, 90 Min, Farbe, HD-Cam, DF

Mara Mattuschka strotzt vor Neugier, Erfindungsreichtum, Pioniergeist, Witz und Ausdrucksstärke. Sie ist Malerin, Schauspielerin, Filmemacherin, Performancekünstlerin, Professorin, Sängerin – und vor allem: Mara Mattuschka – eine großartige Mischung aus Abgebrühtheit und Naivität.

Die feine und intelligente Dokumentation über die international vielfach prämierte und renommierte Künstlerin ist ein Kunstwerk: widersprüchlich, wild und abgründig unterhaltsam.

In Anwesenheit von Mara Mattuschka und Elisabeth Maria Klocker.

 

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Piotr Szczepański © Odeon Film Studio

Miłość (Loving)

Sławomir Fabicki, Polen 2012
Spielfilm, 105 Min, Farbe, DCP, OmeU

Sie arbeitet für den Stadtrat, er ist Architekt. Marysia (Julia Kijowska) und Tomek (Marcin Dorociński) leben ein geordnetes, ruhiges, abgesichertes Leben in der polnischen Provinz. Doch als Marysia im achten Monat schwanger ist, erhärtet sich ihr Verdacht, dass der Bürgermeister sie stalkt. Er bedrängt und vergewaltigt sie. Marysia trägt diese Tragik alleine mit sich herum. Die Beziehung zu Tomek wird zu einer Zerreißprobe. Ein Film über die Kraft der Liebe. Der Kern des Filmes beruht auf wahren Begebenheiten.

Der dreifach prämierte Film (l'Ulivo d'oro beim European Film Festival in Lecce 2013, Golden Prometheus beim Tbilisi International Film Festival und eine Auszeichnung beim International Kino Pavasaris Film Festival in Vilnius) zieht die Zuseher in den Bann.

Julia Kijowska wurde beim Thessaloniki International Film Festival 2012 in ihrer Rolle als Marysia zur besten Schauspielerin gekürt.

 

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Pandastorm Pictures

Reaching for the Moon (Die Poetin)

Bruno Barreto, Brasilien 2013
Spielfilm, 110 Min, Farbe, DCP, OmdU

Ein Film über die wahre Liebe der Lyrikerin und Pulitzerpreisträgerin Elizabeth Bishop (Miranda Otto). 1951 steckt die renommierte New Yorker Poetin in einer Schaffenskrise. Auf Ratschlag ihres Freundes kommt sie der Einladung ihrer Studienkollegin Mary (Trace Middendorff) nach und reist nach Rio. Die ehemalige Kommilitonin lebt in einer Liaison mit einer Villabesitzerin, der Architektin Lota (Glória Pires). Elizabeth darf in der Villa wohnen. Ihre Schreibblockade verflüchtigt sich in der neuen Umgebung, nicht zuletzt wegen der Liebe zur Architektin Lota. Die ménage-à-trois gerät aus dem Gleichgewicht, als Lota einen Großauftrag bekommt und die Dichterin immer mehr dem Alkohol verfällt. Die politischen Verhältnisse belasten zusätzlich die Affäre der beiden.

Die exotische Liebesgeschichte wurde 2013 mit vier Publikumspreisen als Bester Spielfilm ausgezeichnet.

 

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Red Wedding: Women Under the Khmer Rouge

Lida Chan und Guillaume Suon, Kambodscha 2012
Dokumentarfilm, 58 Min, Farbe, OmeU

Auf den Killing Fields in Kambodscha verloren zwischen 1975 und 1979 über 200.000 Männer ihr Leben. Die Dokumentation zeigt, welches Schicksal der Mehrheit der hinterbliebenen Frauen durch Pol Pot`s Befehl drohte. Um das Wachstum der Bevölkerung anzukurbeln, wurden über 250.000 junge Frauen mit Soldaten der Roten Khmer zwangsverheiratet. Sochan Pen war eine davon. Mit 16 Jahren von ihrem Mann vergewaltigt und häufig geschlagen, flüchtete sie aus der Tyrannei. Nach 30 Jahren des Schweigens erhebt sie in stiller Würde vor dem internationalen Gerichtshof Anklage und fordert Antworten von den Soldaten. (Women make movies)

Der Film wurde als Best Mid-Length Documentary 2012 beim International Documentary Filmfestival Amsterdam und 2013 mit dem Jurypreis Gdansk beim DocFilm Festival wie auch mit dem Special Jury Prize in Burma prämiert.

 

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Peter Dammann

Rope of Solidarity (Seilschaft der Solidarität)

Gabriele Schärer, Schweiz 2013
Dokumentarfilm, 68 Min, Farbe, DCP, OmdU

Das Abenteuer eines unglaublichen Gipfelsturms. Hundert Frauen aus ganz Europa besteigen das 4.162 Meter hohe Breithorn bei Zermatt.  Ein atemberaubendes Panorama begleitet die Seilschaft über den Gletscher, doch bald ziehen Wolken auf. Mit Grenzgängen haben die Frauen durch ihr gemeinsames Schicksal Erfahrung. Sie alle haben Brustkrebs hinter sich. Ihre Geschichten schildern, wie sehr sie an der Krankheit gewachsen sind. Ausgrenzung begegnen sie mit einem unsäglichen Hunger nach Leben.

Eine berührende Dokumentation, welche die Wichtigkeiten im Leben aufzeigt.

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Gabriele Schärer.

 

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Sebastian Bolesch

Sasha Waltz - Ein Portrait

Künstlerinnen im Film

Brigitte Kramer, Deutschland 2014
Dokumentarfilm, 73 Min, Farbe, BlueRay, DF

Die FrauenFilmtage 2014 zeigen Brigitte Kramers vielschichtigen Film „Sasha Waltz - Ein Portrait“, der persönliche Einblicke in die Aufbauarbeit der vielseitigen international renommierten Choreografin gibt. Waltzs künstlerische Projekte sind geprägt von den Begegnungen zwischen Körpern und Installationen. Der internationale Durchbruch gelang der Choreografin, Tänzerin und Regisseurin von Opern mit der Choreografie des interkulturellen Familienporträts „Allee der Kosmonauten“ (1996, Werk für Bühne und Film). Seither gilt Waltz als wichtige Erneuerin des Tanztheaters nach Pina Bausch.

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Brigitte Kramer.

 

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Schnee von gestern

Yael Reuveny, Israel/ Deutschland 2013
Dokumentarfilm, 98 Min, Farbe, DCP, OmeU

Regisseurin Yael Reuveny zieht nach Berlin, sehr zum Missfallen ihrer Eltern, die nicht verstehen können oder verstehen wollen, dass sich Yael gerade dort wohlfühlt. Als Yael durch den Ortswechsel in der Familiengeschichte stöbert, lüftet sie ein Geheimnis: Sie entdeckt, dass der tot geglaubte Bruder ihrer Großmutter den Holocaust überlebt hat. Aber warum hat ihre Oma ihr nie davon erzählt?  Yael wagt die Mauer des Schweigens zu durchbrechen und sich auf Spurensuche zu begeben.

Der packende Film wurde beim International Film Festival Haifa mit dem Award für den besten Dokumentarfilm prämiert und erhielt 2013 den DEFA Förderpreis auf dem DOK-Fest Leipzig sowie den Dialog Preis des Filmfests Cottbus.

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Yael Reuveny.

 

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September

Eröffnungsfilm

Penny Panayotopoulou, Griechenland 2013
Spielfilm, 100 Min, Farbe, DCP, OmeU

Anna (Kora Karvouni) lebt mit ihrem Hund Manu zurückgezogen in einer kleinen Wohnung. Für die knapp Dreißigjährige ist der Hund ein Partnerersatz. Doch dann stirbt Manu, das Leben der jungen Frau gerät völlig aus den Fugen. Sie vergräbt den Vierbeiner im Garten des Nachbarhauses, in dem Sophia mit ihrem Mann und ihren Kindern wohnt. Die Trauernde sucht Zuflucht und Halt bei der augenscheinlich glücklichen Familie. Anfangs ist Anna nur eine etwas aufdringliche Besucherin, allmählich wird sie aber zur Plage für die Nachbarn, da sie unter allen Umständen geliebt werden will. (Filmfest Hamburg)

Ein sensibler, starker Film, der auf die Kraft seiner Bilder setzt. Kora Karvouni glänzt in der Hauptrolle.

In Anwesenheit der Regisseurin Penny Panayotopoulou.

 

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Polyfilm

Stories we Tell

Sarah Polley, Kanada 2012
Dokumentarfilm, 108 Min, Farbe, DCP, OmdU

In der Dokumentation „Stories We Tell“ begibt sich Sarah Polley auf eine Spurensuche in ihrer Künstlerfamilie. Sie dokumentiert die Ehe ihrer Eltern, deren Erfolge und Misserfolge und entdeckt, auch aufgrund der schonungslosen Offenheit der Familienmitglieder, ein Familiengeheimnis, das sie selbst betrifft.

In diesem genre-übergreifenden Film ist die Oscar-nominierte Regisseurin und Schauspielerin Sarah Polley („An ihrer Seite“, „Take This Waltz“) sowohl Filmemacherin als auch Detektivin: Sie ergründet das Leben ihrer früh verstorbenen Mutter und stößt dabei auf Überraschungen.

Ein sehr persönlicher Film, in dem die Regisseurin an eigene Grenzen als Filmemacherin und Tochter gerät.

Der Film erhielt sowohl in den Kategorien Bester Spielfilm wie auch Bester Dokumentarfilm zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Grand Prix Focus (Festival du nouveau cinéma).

 

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Tanta Agua (Nichts als Regen)

Ana Guevara Pose, Leticia Jorge Romero, Uruguay 2012
Spielfilm, 104 Min, Farbe, DCP, OmeU

Eine bezaubernde Coming-of-Age Geschichte zweier Regisseurinnen aus Uruguay.

Vater Alberto lädt seine beiden Kinder, die bei ihrer Mutter leben, zu einem Badeurlaub ein. Schon an der Art, wie die vierzehnjährige Lucía mit ihrem kleinen Bruder ins Auto steigt, ist die Last der Pubertät zu spüren. Die drei wollen sich am Meer erholen, doch es beginnt, tagelang zu regnen. Alberto versucht mit diversen Aktivitäten, die Kinder zu unterhalten, gibt jedoch bald auf, da keine Wetterbesserung eintritt. Der jüngere Fede findet rasch Anschluss in der Ferienanlage, und Lucía findet einen Urlaubsflirt. Vater Alberto ist froh, dass er sich nicht mehr nur um seine halbwüchsigen Kinder kümmern muss, denn er kann sich nun endlich ausspannen - oder doch nicht?

Trotz des starken Regens ein humorvoller Film. Eine bittersüße Tristesse im Ferien-Bungalow. (Berlinale 2013)

 

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The Girls in the Band   Frauen im Jazz

Greta Schiller und Andrea Weiss, USA 1986
Dokumentarfilm, 81 Min, Farbe und s/w, DVD, OmdU

Auf Grund technischer Schwierigkeiten wird der ursprünglich geplante Film THE GIRLS IN THE BAND durch einen Film mit demselben Thema ersetzt: FRAUEN IM JAZZ.
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Der Jazz ist schwarz und weiblich!

In den 1940er Jahren gab es reine Frauenbands, die den besten Jazz ihrer Zeit gespielt haben. Die ‚International Sweethearts of Rhythm’ mischten seit ihrer Gründung 1939 kräftig im Jazzgeschäft mit – als 16köpfiges Frauenpower-Orchester, das es bis in die größten Clubs von New York und Chicago schafften. Musikerinnen wie die Trompeterin Tiny Davis oder die Drummerin Ruby Lucas teilten dabei nicht nur den Swing miteinander, sondern auch eine lebenslange Beziehung. Sängerinnen wie Maxine Sullivan stiegen aus bescheidenen Verhältnissen zu den gefragtesten Jazz-Stars Amerikas auf.

Gretra Schiller und Andrea Weiss haben Maxine Sullivan, Tiny und Ruby und die noch lebenden ‚Sweethearts’ getroffen und zu ihrer außergewöhnlichen Karriere befragt. Originales Archivmaterial gibt den Eindruck von Persönlichkeit und Mut der Musikerinnen und von der Faszination ihrer Auftritte. Spannende Biografien kommen zum Vorschein und eine besondere Künstlerinnenszene wird erstmals filmisch gewürdigt.

 

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Tintenfischalarm

Personale 2014   // Elisabeth Scharang

Elisabeth Scharang, Österreich 2005
Dokumentarfilm, 107 Min, Farbe, 35mm, DF

Ein junges Mädchen erfährt im Alter von 12 Jahren, dass es ein Junge ist. Mit 26, nach Jahren der Selbstzerstörung, beginnt sie sich zu fragen, warum sie, als Mensch mit nicht eindeutigem Geschlecht, in einen Frauenkörper gezwungen wurde. Alex Jürgen ist intersexuell. Ein Zwitter. Ein Mensch, der die penible Einteilung der Welt in männlich und weiblich durcheinander wirft.

Aus einem Dokumentarfilmprojekt über Intersexualität entsteht die Geschichte eines Menschen, der durch seinen Witz bezaubert, und dessen Sicht auf die Welt erstaunen lässt.

Tintenfischalarm feierte 2005 seine Weltpremiere auf der Berlinale und wurde seither auf über 30 internationalen Filmfestivals gezeigt.

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Elisabeth Scharang und Alex Jürgen, moderiert von Sabine Perthold (Kulturmanagerin).

 

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Traumland

Petra Biondina Volpe, Schweiz 2013
Spielfilm, 98 Min, Farbe, DCP, OmdU

Was tun, wenn man als Hochschwangere erfährt, dass der Ehemann zu einer Prostituierten geht? Die Milieustudie gibt keine Antworten. Subtil und ergreifend erzählt Traumland über tiefe Sehnsucht nach Zweisamkeit in einem trostlosen Viertel Zürichs. Die Parallelmontage verstärkt das Gefühl, dass die vier Hauptfiguren ein emotionales Inselleben führen. Aber zu Weihnachten wollen sie ihre Einsamkeit bezwingen. Bis auf die Prostituierte Mia. Die junge Bulgarin erhofft sich mehr Geld als sonst, um ihre Tochter in Bulgarien besuchen zu können. Jeglicher Versuch, die Probleme zumindest für einen Abend unter den Tisch zu kehren, scheitert. Wahrheiten lassen sich partout nicht übertünchen.

Der Film lässt viel Spielraum für individuelle Deutung, die das Salz in diesem brodelnden Potpourri an Einzelschicksalen ist.

Die Hauptdarstellerin Luna Zimić Mijović hat 2006 mit GRBAVICA – unser Eröffnungsfilm 2006 – den Goldenen Bären in Berlin gewonnen.

 

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Ulrike Ottinger – Die Nomadin vom See

Künstlerinnen im Film

Brigitte Kramer, Deutschland 2012
Dokumentarfilm, 80 Min, Farbe, DCP, DF

Ulrike Ottinger ist als Filmemacherin und Künstlerin eine Ausnahmeerscheinung. Ihr Filmkosmos hat ganze Generationen beeinflusst. 2012 erhielt Ottinger auf der Berlinale den Queer Film Award (Special Teddy) für ihr avantgardistisches Lebenswerk. Bereits in jungen Jahren holte sie eine internationale Kunstszene ins beschauliche Konstanz. Der Bodensee ist der wichtigste Drehort, denn seine Wasseroberfläche besticht auch Dokumentaristin Brigitte Kramer, die tief ins Werk und Leben der Avantgardistin vordringt. Zu Wort kommen auch Ottingers Weggefährten und Freunde, unter anderem die Kunsthistorikerin Katharina Sykora, die Sammlerin und Kuratorin Ingvild Goetz, der Publizist Ulrich Gregor, der Philosoph Bernd Scherer wie auch die Schauspielerin Irm Hermann. (Berlinale 2012)

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Brigitte Kramer, moderiert von Sabine Perthold (Kulturmanagerin).

 

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Vielleicht in einem anderen Leben

Personale 2014   // Elisabeth Scharang

Elisabeth Scharang, Österreich 2010
Spielfilm, 94 Min, Farbe, 35mm, DF

April 1945: Mit schwarzem Humor erzählt der Film den Überlebenskampf einer Gruppe ungarischer Juden, die auf ihrem Todesmarsch Richtung KZ Mauthausen in einem österreichischen Dorf stranden. Der Weitermarsch verzögert sich, da die Befehlskette der SS abreißt. In dieser Situation beschließt der Häftling Lou Gandolf, ein Opernsänger aus Budapest, seine Leidensgenossen dazu zu überreden, für eine private Vorstellung im Stadel die Operette "Wiener Blut" einzustudieren. Er will das Mitgefühl der Bäuerin Traudl Fasching (Ursula Strauss) wecken. Ein gefährlicher Plan, denn die Fremden öffnen die Ventile für Volkszorn.

Nach dem Film Publikumsgespräch mit Elisabeth Scharang und Schauspielerin Ursula Strauss, moderiert von Ortrun Gauper (Geschäftsführerin von chomcharis Communications Advisors).

 

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Wo ich wohne. Ein Film für Ilse Aichinger

Künstlerinnen im Film // Vorpremiere

Christine Nagel, Österreich 2014
Dokumentarfilm, 81 Min, Farbe, DCP, DF

Das ruhige und zugleich subtile Porträt über die Schriftstellerin Ilse Aichinger stellt Leben und Werk der bedeutenden Nachkriegsliteratin vor. Das Stille, Beobachtende und Absurde macht das Geheimnis von Ilse Aichingers zeitloser Poesie aus. Aichingers Super-8-Filme sind in die Dokumentation verwoben und lassen die ZuseherInnen über ihre eigene Existenz staunen. Aichinger: »Die Sicht der Entfremdung ermögliche es, wach zu bleiben gegenüber allen Versuchen der Natur und der Gesellschaften, uns einzuschläfern.«

Die ZuseherInnen begeben sich auf eine sinnliche Reise quer durch das 20. Jahrhundert.

 

 

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