

Auch heuer erwartet Sie wieder eine kleine anspruchsvolle Auswahl von internationalen Dokumentarfilmen mit Themen aus Nicaragua, Iran und aus Österreich.
In CITY WALLS: my own private Teheran dokumentiert Afsar Sonia Shafie das schwierige und an Entbehrung reiche Leben von Frauen in der traditionell strukturierten Gesellschaften des Iran, aber auch den Stolz der Frauen und den Willen nach Veränderung. In ROSITA verfolgen Barbara Attie and Janet Goldwater den unglaublichen Fall der kleinen Rosita aus Nicaragua, die nach einer Vergewaltigung schwanger ist. Kirche und Staat wollen sie dazu zwingen, das Kind auszutragen. In DIE FRAU, DIE ARBEIT, DIE KUNST UND DAS GELD portraitiert SI.SI.Klocker Frauen in kreativen künstlerischen Berufen und hinterfragt ihre Arbeits- und Lebensstrategien.
Bereits zwei Auszeichnungen hat der Film KURZ DAVOR IST ES PASSIERT von Anja Salomonowitz erhalten: den Wiener Filmpreis 2006 für ihren gelungenen semidokumentarischen Film über die Mechanismen des Frauenhandels und den Caligari-Filmpreis in Berlin 2007.
DF/EF - deutsche/englische Fassung
OmdU/OmeU - Original mit deutschen/englischen Untertiteln
Afsar Sonia Shafie, Iran/Schweiz 2006,
Dokumentarfilm, 87 Min., Farbe, Beta SP, OmeU
Für ihr intimes Familienportrait begab sich die in der Schweiz lebende Afsar Sonia Shafie auf eine Reise der besonderen Art. Die seit ihrem Studium im westlichen Ausland lebende Filmemacherin reist zurück nach Teheran, und erzählt auf sehr persönliche Weise die Geschichte ihrer Großmutter, Mutter und Schwestern sowie ihre eigene, geprägt von Existenzängsten und Unterdrückung. Der Dokumentarfilm zeigt, wie die Frauen einer iranischen Familie über drei Generationen hinweg für ihre Rechte kämpfen, und wie wenig sie mit Unterstützung rechnen können, wenn sie einen eigenen Weg wählen.
Mit City Walls zollt Shafie ihrer Mutter und deren unermüdlichem Einsatz für das Wohl ihrer Töchter nicht nur Tribut, sie dokumentiert ‚oral history’ und verleiht damit der Generation ihrer Protagonistinnen eine Stimme.
prescreening
SI.SI. Klocker, Österreich 2007,
Dokumentarfilm, 80 Min., Farbe, DVD, DF
In Zeiten, in denen auch im Kulturbereich die öffentlichen Gelder immer weniger werden, untersucht SI.SI. Klocker in ihrem neuen Dokumentarfilm die aktuelle Situation von Künstlerinnen in unserer Gesellschaft. Wie überleben sie? Welche Beziehung haben sie zu Geld, ihrer Arbeit und ihrer Kunst?
Der Film portraitiert Frauen in kreativen, künstlerischen Berufen wie Annie Sprinkle, Beth Stephens, Mara Mattuschka, Maria Hofstätter, Gabriele Szekatsch, Hans Scheirl, Petra Ganglbauer, Sterica Rein u.a.
„Sie alle geben Einblick in den Underground Kampf von kreativ schaffenden Frauen und ihre Guerilla-Taktiken und in ihre Sehnsüchte und Wünsche.” (SI.SI. Klocker)
Anja Salomonowitz, Österreich 2006,
Dokumentarfilm, 72 Min., Farbe, Digi Beta, DF
Der Film untersucht das globale Phänomen des Frauenhandels und die Mechanismen und Machtsysteme, welche diese moderne Form der Sklaverei quer durch alle Schichten der Gesellschaft ermöglichen. Die Filmemacherin wählt einen ungewöhnlichen Zugang zum Thema: Ihr Film basiert auf den realen Erzählungen von Opfern, aus denen die Regisseurin ein semidokumentarisches Drehbuch erarbeitet hat. Die Geschichten werden nicht von Schauspielern und Schauspielerinnen, sondern von Menschen nacherzählt, die mit den Ereignissen und Orten des Films in einer Beziehung stehen könnten, sei es als Mitwissende, sei es als Beteiligte auf beiden Seiten des Gesetzes. Ein Film über falsche Versprechungen, Ausbeutung, Schuld, Gewalt und Enttäuschung.
Ausgezeichnet mit dem Caligari-Filmpreis in Berlin 2007 und dem Wiener Filmpreis 2006 – Kinostart im Mai 2007.
Produktion: Amour Fou Filmproduktion
Verleih: Poool Filmverleih (www.poool.at)
Barbara Attie and Janet Goldwater,
Nicaragua/Costa Rica/USA 2005,
Dokumentarfilm, 56 Min., DVD, OmeU
Im Januar 2003 erschüttert das Schicksal der 9jährigen Nicaraguanerin Rosa nicht nur Costa Rica und Nicaragua sondern ganz Zentralamerika. Das Mädchen ist nach einer Vergewaltigung schwanger. Kirche und Staat wollen sie dazu zwingen, das Kind auszutragen. Dass die Familie letztlich die Abtreibung durchsetzt, veranlasst den Erzbischof Solórzano, die Familie, den Anwalt und die Ärzte zu exkommunizieren.
Die Dokumentation wurde augezeichnet u.a. bei Human Rights Watch International Film Festival (New York), Hot Springs Documentary Film Festival, Latin American Film Festival (London) und Women's Film Festival (Vermont).
Luiz de Barros, Andile Genge, Südafrika 2004,
Dokumentarfilm, 39 Min., DVD, EF
Marie de Vos, einzige Richterin am hohen Gericht in Pretoria, adoptierte 1994 zwei Kinder und appellierte 2001 vor dem Höchstgericht. Ihrem Antrag, ihre Lebensgefährtin Suzanne Du Toit am Sorgerecht für die beiden Kinder teilhaben zu lassen, wurde 2003 stattgegeben, und damit das Recht auf gemeinsame Adoption für gleichgeschlechtliche Paare in der südafrikanischen Verfassung festgeschrieben.
„Two moms” gewährt Einblicke in das doch recht konventionelle Alltagsleben der Familie, und lässt sowohl die Kinder und die beiden Mütter als auch FreundInnen und Lehrpersonal über ihre Erfahrungen, Probleme und Hoffnungen in einer Situation zwischen gesellschaftlicher Ablehnung und beginnender Akzeptanz erzählen.
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