

Elf Dokumentarfilme thematisieren frauen- und gesellschaftspolitische Themen unserer Zeit. Die Filme zeigen mutige Kämpferinnen, überlebende Zeitzeugen und bekannte Frauen.
DF/EF - deutsche/englische Fassung
OmdU/OmeU - Original mit deutschen/englischen Untertiteln
Bahareh Hosseini, Afghanistan 2007,
Dokumentarfilm, 50 Min, Farbe, DVD , OmeU
Der Film gibt einen intimen Einblick in das Leben junger Mädchen, aufgewachsen während der Zeit der Taliban und nun auf dem Weg in eine eigene Zukunft. Frauenfußball ist für sie eine der Möglichkeiten, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Trotz der positiven Veränderungen leiden die Mädchen auch heute noch unter den unsicheren Verhältnissen und gesellschaftlichen Repressionen (die Dokumentation enthält Gewaltszenen aus den Zeiten der Talibanherrschaft).
Alina Rudnitskaya, Russland 2007,
Dokumentarfilm, 29 Min, Farbe, DVD , OmeU
Die russische Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren sehr verändert, was sich auch auf das Verhältnis der Geschlechter zueinander und die Rolle der Frauen auswirkt. Wie gelange ich an meinen Traummann? Und warum bin ich allein? Junge Frauen, die dafür Antworten suchen, gehen in eine „Bitch Academy”. In einer Atmosphäre von Sexismus und Machtmissbrauch trainiert der Kursleiter die Frauen in der Kunst von Verführung und Hingabe.
Maria Theresa Camogliu, D 2008,
Dokumentarfilm, 94 Min, Farbe, DVD, DF
Sieben Mädchen, die an Anorexie (Essstörung) leiden, leben zur Behandlung in einer Spezialklinik und versuchen dort – zwischen Flamencotanz und Kochen – in der Gemeinschaft wieder in das normale Leben zurück zu finden. Überraschend offen und reflektiert geben die jungen Frauen Einblick in ihre Krankheit, die so überhaupt nichts mit den bekannten Klischees zu tun hat.
Katrin Seybold, D 2008,
Dokumentarfilm, 92 Min, Farbe, DVD, DF
Die „Weiße Rose” gilt als Synonym für den Widerstand der Geschwister Sofie und Hans Scholl. Diese Dokumentation ist jedoch die erste Gesamtdarstellung der Widerstandsarbeit dieser Münchner Gruppe in den Kriegsjahren 1942 und 1943: Gefährten, Freundinnen und Geschwister erzählen, wie sie Flugblattaktionen unterstützten, wie sie Gestapoverhöre und Volksgerichtshof überstanden, wie sie ihr Leben nach dem Krieg meisterten – manche hat bisher nie jemand danach gefragt.
Der Film beeindruckt durch seine Nähe zu den Personen und deren Mut, Willen und Widerstandskraft, die auch so viele Jahre später noch spürbar sind.
Eva Mulvad, Afghanistan/Dänemark 2007,
Dokumentarfilm, 59 Min, Farbe, DVD, OmeU
Unter den KandidatInnen für die erste demokratische Parlamentswahl 2005 nach dem Krieg ist auch als Malalai Joya. Auf der Loya Jirga, der ersten großen Ratsversammlung, hat sie 2003 die Warlords kritisiert und dadurch nationale Berühmtheit erlangt. Der Film begleitet die außergewöhnlich mutige junge Frau bei ihrem Wahlkampf.
Unter vielen Auszeichnungen der Jury-Preis beim Sundance Film Festival.
David Edwards, Gregory Whitmore, Maliha Zulfacar, Afghanistan 2006,
Dokumentarfilm, 84 Min, Farbe, DVD , OmeU
Der Dokumentarfilm zeigt die verschiedenen Perspektiven und Interessen lokaler und internationaler Akteure in Kabul: ein Berater versucht den Innenminister zum Kauf moderner Wasserwerfer zu überreden; im Nato-Camp, das wie eine Festung gebaut ist, schildert der Kommandant das Leben der Soldaten im Krisengebiet und die Maßnahmen zur Sicherheit; Studentinnen erläutern in Befragungen ihre Ansicht der politischen Veränderungen unter der Regierung Karsai und der Ergebnisse laufender Entwicklungsprojekte.
Der Film gibt einen facettenreichen Einblick in die schwierigen Lebensrealitäten in der Hauptstadt Kabul.
Ibtisam Salh Mara'ana, Israel 2008,
Dokumentarfilm, 56 Min, Farbe, DVD, OmeU
Duah Fares Traum ist es, Topmodel zu werden. Sie schafft es als erste Angehörige der Religionsgemeinschaft der Drusen, nicht nur beim arabischen, sondern auch beim israelischen Schönheitswettbewerb teilzunehmen. Der Sieg könnte ihr zum Einstieg in die internationale Modewelt verhelfen. Was wie ein Märchen beginnt, wird bald zu einer Verfolgungsjagd, denn sie verletzt damit den Ehrenkodex ihre Religionsgemeinschaft, die mit allen Mitteln versucht, sie an der Teilnahme zu hindern.
Bodenstein Uta, D 2007,
Dokumentarfilm, 66 Min, Farbe, DVD, DF
Stalking ist ein Begriff, der hauptsächlich mit Prominenten in Verbindung gebracht wird. Doch in Wahrheit spielt sich der größere Teil dieser obsessiven Verhaltensweise im privaten, ganz normalen Bereich ab. „Nie mehr allein” zeigt zwei völlig unterschiedliche Frauen, die ihr Leben mit einem Stalker teilen müssen: die 32-jährige Sängerin Nina, von einem „Liebeskranken” verfolgt, und die 36-jährige Mutter Katerian, von ihrem Ehemann terrorisiert.
Daniel Burkholz und Sybille Fezer, Indien 2008,
Dokumentarfilm, 42 Min, Farbe, DVD, OmdU
Die „Frauen für Gerechtigkeit” im Bundesstaat Gujarat im Nordwesten Indiens haben selbst Gerichte ins Leben gerufen, um Frauen vor der häufig straflosen familiären und sexuellen Gewalt zu schützen. So werden auf einem staubigen Platz unter einem Baum am Rande eines Armenviertels die Fälle in aller Öffentlichkeit verhandelt – zumeist erfolgreich. Oder eine Gruppe von Frauen betreibt handgreiflich die Wiedereintreibung der Mitgift einer verstoßenen Witwe, unabdingbar für deren Überleben...
Gertraud Schwarz, Österreich 2009,
Dokumentarfilm, 93 Min, Farbe, DVD, DF
Als Bäuerin alleine einen Hof zu führen, ist in der traditionell noch immer sehr stark mit Familie verbundenen Landwirtschaftsbranche nicht immer einfach. Geht es nun um die Akzeptanz in der Gemeinschaft oder um die Frage, wie man die ganze Arbeit schafft, die auf anderen Höfen von zwei oder mehreren Leuten erledigt wird. Mit durchaus sehr unterschiedlichen Herangehensweisen meistern die sechs im Film porträtierten österreichischen Bäuerinnen diese Herausforderungen.
Maria Binder und Verena Franke, D 2006,
Dokumentarfilm, 64 Min, Farbe, DVD, OmdU
Frauen und Transsexuelle aus Istanbul erzählen von ihrem Kampf für Gerechtigkeit und gesellschaftliche Veränderung. Sie haben öffentlich über die ihnen widerfahrene Folter gesprochen, weshalb einige der Frauen in einem bis heute dauernden Verfahren gerichtlich verfolgt werden. Die Anklage lautet auf „Beleidigung des türkischen Staates”. Im Mittelpunkt des Films steht nicht das erlittene Gewaltverbrechen, sondern der Umgang mit dem Erlebten.
Der Film handelt von Frauen und Transsexuellen, die ihren Weg suchen zwischen selbstbestimmtem, emanzipiertem Leben und traditionellen, patriarchalen Wirklichkeiten.