

Liebe Freundinnen und Freunde der FrauenFilmTage,
Wirtschaftliche und politische Umbrüche verändern auch das Rollenbild der Frau. In unserem FrauenFilmTage-Special zeigten wir Beispiele für Veränderungen in den letzten Jahren und gingen in einer Lesung, einer Podiumsdiskussion und einer Reihe von Filmen der Frage nach, wie sich derzeitige Krisen auf das Frauenbild auswirken. Wir hatten spannende Gesprächspartnerinnen eingeladen und freuten uns auf die Diskussion mit ihnen.
Die Filme, die Lesung und die Podiumsdiskussion waren wenig besucht. Positiv war, dass durch die kleinen Gruppen interessante Gespräche und Diskussionen zustande kamen und neue Projekte und Vernetzungen möglich waren.
Tatjana Turanskyj, Deutschland 2010
97 Min., DVD, Farbe, Spielfilm, DF
Greta, 40, Architektin, Mutter eines zwölfjährigen Sohns, getrennt lebend, verliert ihren Job. Sie beginnt in einem Callcenter zu arbeiten, wird aber schon bald wieder gekündigt. Sie versucht mit aller Kraft, sich nicht unterkriegen zu lassen, in einer Zeit der flexiblen Arbeitsverträge – zwischen Anpassungsdruck und Widerspruchsgeist.
Der Film zeigt präzise ein Zeit- und Gesellschaftsbild, ohne mit den Konventionen des sozialen Realismus zu arbeiten. (Birgit Kohler, Berlinale Forum 2010)
Barbara Albert, Österreich 2006
88 Min., 35mm, Farbe, Spielfilm, DF
Fünf Frauen Anfang 30 treffen einander nach 14 Jahren auf einem Begräbnis in ihrer kleinen Heimatstadt wieder. 2 Tage und eine Nacht erleben sie unverhofft gemeinsam; eine Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beginnt, in der alte Verletzungen aufbrechen aber auch Freundschaften neu gefunden werden. Sind die Utopien der fünf Frauen in Lauf der Jahre auf der Strecke geblieben, oder gibt es vielleicht sogar Platz für neue ...? (Polyfilm)
Vera Storozhewa, Russland 2007
97 Min., DVD, Spielfilm, Farbe, OmeU
Der Film erzählt die Metamorphose einer jungen Frau, die jung verheiratet wurde und in mit ihrem Mann an einer gottverlassenen Bahnstation lebt. Als der Mann plötzlich stirbt hinterlässt er ihr den Hof voller Tiere und unerwartet viel Geld. Für Natalia, die als 16-jährige vom Kinderheim wegverheiratet wurde und bislang kaum Erfahrungen sammeln konnte, ergeben sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten.
„In der Hauptrolle brilliert die junge, talentierte Theaterschauspielerin Xenia Kutepova. In ihrem ausdrucksvollen Filmdebüt zeigt sie, psychologisch fein nuanciert, die Metamorphose der jungen Frau auf dem Weg zur Entdeckung ihres Selbst. Wunderschön fotografiertes, elegantes und feinfühliges Frauenkino.” (Filmfest Cottbus)
Sabine Derflinger, Österreich 2002
96 Min, 35mm, Farbe, Spielfilm, DF
Evi arbeitet in einem Wintersportort als Saisonkellnerin. Abends, wenn sie Bardienst hat, kümmert sich ihre ältere Schwester um ihre sechsjährige Tochter Paula. Die Freiräume, die ihr zwischen anstrengendem Beruf und Mutterrolle bleiben, sind spärlich: Tagesdienst im Restaurant des großen Hotels, am Nachmittag Bierausschank gleich neben dem Skilift, am Abend Barbetrieb in der Diskothek "Abfahrt". Doch Evi ist jung und will das Leben genießen (Filmladen)
Misselwitz Helke, DDR 1988
115 Min., 35mm, s/w, Dokumentarfilm, DF
Die Regisseurin Helke Misselwitz begibt sich auf eine Eisenbahnreise quer durch das Land. In verabredeten und zufälligen Begegnungen spricht sie mit Frauen verschiedener Generationen und unterschiedlicher sozialer Prägung über ihr Leben, ihre Hoffnungen und Sorgen. Brüche und Widersprüche, Traurigkeit und Poesie erfährt der Zuschauer in den offenen Gesprächen mit der Ökonomin Hillu, mit Christine, der Brikettfabrikarbeiterin im Dreischichtsystem und ihrer behinderten Tochter, den Punkmädchen Anja und Kerstin, der betagten Margarete Busse auf ihrer Diamantenen Hochzeit, den Frauen in der Fischfabrik Saßnitz und der Kinderheimleiterin Erika „Banni” Banhardt. (Progress-Film)
„‚Winter adé’ ... ist ein ebenso persönlicher wie poetischer, aufregender wie zärtlicher, allgemeingültiger wie individueller (Dokumentar-)Film.” (Hans-Dieter Tok, Leipziger Volkszeitung, 11. Februar 1989)
Am 9.5.2010 liest Susanne Scholl aus ihrem aktuellen Buch „Russland mit und ohne Seele”.
Susanne Scholl hat in Rom Slawistik studiert und in der Auslandsredaktion der APA ihr journalistisches Handwerk gelernt. Zum ORF holte sie Paul Lendvai. Ab 1991 wechselte sie nach Moskau, und dort leitete sie ab 1994 das ORF-Büro. Nach einem zweijährigen Zwischenaufenthalt in Wien als Leiterin des Europajournals des ORF-Radios kehrte sie als Bürochefin im Jahr 2000 nach Moskau zurück. Im August 2009 beendete Susanne Scholl ihre Tätigkeit für den ORF.
Susanne Scholl hat drei Sachbücher und drei Romane veröffentlicht, sowie zahlreiche journalistische Preise erhalten, u.a. den Axel-Corti-Preis und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.
Nach der Lesung gibt es ein Publikumsgespräch über die Veränderungen der Frauenrollen in Russland.
Ausgehend von aktuellen Frauenbildern in ost- und westeuropäischen Ländern diskutieren wir mit Fachfrauen über die Auswirkungen der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen auf Frauenbilder.
Auf dem Podium:
DF/EF - deutsche/englische Fassung
OmdU/OmeU - Original mit deutschen/englischen Untertiteln
Filmhaus am Spittelberg
Spittelberggasse 3, 1070 Wien
Kunsthalle am Karlsplatz
Projektraum Treitlstraße 2, 1040 Wien
S
Wir danken den Förderinnen, ohne deren Hilfe die Veranstaltungsreihe
nicht möglich gewesen wäre:
Einen besonderen Dank an
Annette C. Eckert, Stiftung Umverteilen AG Frauen, Julia Frey/www.freimueller.at,
Irina Solomatina, Claudius Amsuess, Dr.in Karin Berger, Heidi Schrodt,
Dr.in Susanne Hochreiter, Anita Krezic, Barbara Albert,
Sabine Derflinger, Tatjana Turanskyj und »events.at.